Gasspeicher (Nassgasometer)


Warum braucht es einen Gasspeicher

Mit der Gasspeicherung können zum einen die Schwankungen der Gasproduktion ausgeglichen werden. Der Gasspeicher dient hier als Pufferzone. Die Verwertung des Biogases kann durch den Gasspeicher in einen Zeitraum verlegt werden, wo die Verwertung wirtschaftlicher erfolgen kann. Das ist zum Beispiel bei einem Blockheizkraftwerk gekoppelt mit einem Stromerzeuger (Generator) der Fall. Hier ist es von den Betriebskosten betrachtet sinnvoller vor allem während der Hochtarifzeit elektrische Energie zu erzeugen. Ein ebenso wichtiger Punkt besteht darin bei der Ernergieerzeugung den teuren Spitzenverbrauch abzudecken beziehungsweise zu glätten. Was der Gasspeicher nebenbei noch kann, ist das Erzeugen eines konstanten Druckes im Verbrauchernetz. Dies wird mit dem Gewicht der Gasometerglocke oder der Gewichtsplatte beim Trockengasometer erreicht.

Niederdruckgasspeichertypen

Hier wird hauptsächlich nach 2 Bauarten unterschieden:

- Gasspeicher mit Flüssigkeitsdichtung. (Nassgasspeicher)
- Gasspeicher mit Trockendichtung. (Trockengasspeicher)

Gasspeicher mit Flüssigkeitsdichtung

Dieser Gasspeichertyp steht der ARA Untermarch zur Verfügung. Bei diesem Gasspeichertyp wird die Abdichtung des Gasraumes gegenüber der Aussenseite durch einen Flüssigkeitsverschluss erreicht. Die zylinderförmige Gasglocke schwimmt wie ein umgedrehtes Glas in einem ebenfalls Zylinderförmigen Behälter (Wassertasse) der mit Wasser befüllt ist. Vom Zustand leer zum vollen Gasometer, macht die Gasometerglocke eine Drehbewegung von zirka 60°.

Gasometer Wassertasse Gasometer nach der Sanierung

Die Wassertasse nach der Sanierung mit Wasser befüllt
am 16.05.2001

Gasometerglocke nach der Sanierung
am 16.05.2001

Wartungsarbeiten bei einem Nassgasometer

Beim Nassgasometer bietet die Korrosiongefahr oder das Einfrieren der Wassertasse im Winter das grösste Problem.

Um ein Einfrieren der Wassertasse im Winter zu vermeiden leitet man ganz einfach warmes Betriebswasser an der Oberfläche gegenüber dem Überlauf der Wassertasse ein. Mit dieser Massnahme wird durch die Strömung in der Wassertasse ein zufrieren derselben vermieden. So kann auch auf eine kostspielige Beheizung der Wassertasse verzichtet werden.

Folgende Kontroll- und Wartungsarbeiten werden regelmässig durchgeführt:

- Kontrolle des Korosionsschutzes
- Kontrolle der Über- und Unterdrucksicherungen
- Kontrolle des Wasserstandes in der Wassertasse
- Kontrolle der Funktion des Überlaufes der Wassertasse
- Kontrolle der mechanisch beweglichen Teile, Rollen und Füllstandsanzeige
- Kontrolle der Wasserzirkulation in der Wassertasse im Winterbetrieb

Gasspeicher mit Trockendichtung

Dieser Gasspeichertyp wird heute in vielen Abwasserreinigungsanlagen eingesetzt. Der Aufbau besteht aus mehreren Kissen, die sich wie eine Handorgel nach oben oder unten bewegen können. Damit ein bestimmter Gasdruck (20 bis 50 mbar) erreicht werden kann, wird auf das obersten Kissen eine in der Behälterkonstruktion frei bewegliche Platte aus Beton oder Stahl eingebaut.

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Seite erstellt:  29.12.2005

letztes Update:  27.04.2013