Nachklärbecken


Was passiert in den Nachklärbecken

In biologischen Abwasserreinigungsanlagen wird im Nachklärbecken Belebtschlamm vom gereinigten Wasser getrennt und grösstenteils als Rücklaufschlamm in die biologische Stufe zurückgeführt. Dadurch verbleiben die Bakterien zirka 4 bis 14 Tage in der Biologie, das Abwasser dagegen nur zirka 4 bis 12 Stunden. Der nicht in das Belebungsbecken zurückgeführte Rücklaufschlamm wird zum Überschussschlamm (Sekundärschlamm) und wird meist zusammen mit dem Primärschlamm, aus der mechanischen Reinigungsstufe, der Schlammbehandlung zugeführt. Nachklärbecken sind hinter der biologischen Stufe (Biologiebecken) angeordnet. Die Sedimentation wird durch Verlangsamung der Fliessgeschwindigkeit erreicht. Das gereinigte Abwasser kann jetzt in den Auslaufkanal zum Zürichsee abfliessen. Die Qualität des gereinigten Abwassers ist jetzt so, dass die Restverschmutzung vom Gewässer selbst weiter abgebaut werden kann.

Kennzahlen Nachklärbecken ab 2007

Nachklärbecken 1 - 4

Grösse:   32 m x 6 m x 3.52 m (LxBxT)

Oberfläche:   4 x 192 m2   ⇒   768 m2

Inhalt:   4 x 675 m3   ⇒   2'700 m3

Aufenthaltszeiten

Mittel:   7.7 h

Minimal:   3.8 h

Maximal:    12.7 h

Rücklaufschlamm

Menge:   7'780 m3/d

Trockenrückstand:   0.48 % TR

Fracht:   37'344 kg/d

Oberflächenbelastung

   0.57 m/h

 

 

Überschussschlamm

Menge/Tag:   200 m3/d

Trockenrückstand:   0.48 % TR

Fracht/Tag:   954 kg/d

Rechteckbecken mit mechanischer Schlammräumung

Die in der ARA Untermarch eingesetzte und wohl gebräuchlichste Beckenform ist das längsdurchströmte flache Rechteckbecken. Der Zufluss zum Becken erfolgt stirnseitig über ein Verteilbauwerk (Verteilrinne) mit darunterliegendem Schlammtrichter.

Die Einlaufzone ist bei allen Absetzbecken von grosser Bedeutung. Bei den Längsdurchströmten Rechteckbecken muss der Wasserzufluss gleichmässig auf den ganzen Beckenquerschnitt verteilt werden. Damit wird eine optimale Ausnützung des Beckens erreicht.

Die Ablaufzone befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite. Unsere Nachklärbecken weisen je 4 getauchten Auslaufrohre auf. Die unterhalb der Wasseroberfläche angeordneten Ablaufrohre weisen an der Oberseite Bohrungen auf. Durch diese Bohrungen fliesst das gereinigte Abwasser in den Ablaufkanal zum Zürichsee. Damit kann zur Beseitigung der Schwimmstoffe eine Schwimmschlammräumung im Bereich des Wasserspiegels integriert werden.

Für die Schlammräumung sind langsamlaufende Kettenräumer eingesetzt. Der abgesetzte Belebtschlamm wird mit den am Beckenboden gleitenden Balken zu den Schlammtrichtern geschoben. Die gleichen Balken bewegen sich beim Zurücklaufen im Bereich der Wasseroberfläche und schieben den allfälligen Schwimmschlamm in die beim Auslauf angeordneten Schwimmschlammrinnen.

Das Abziehen des Schlammes aus den Schlammtrichtern geschieht durch Wasserüberdruck.

Schlammräumung und Schlammentnahme aus den Nachklärbecken

Nachklärbecken vor der Inbetriebnahme Nachklärbecken nach der Inbetriebnahme

Nachklärbecken vor
der Inbetriebnahme
am 17.02.2006

Nachklärbecken kurz nach
der Inbetriebnahme
am 17.03.2006

Rücklaufschlamm

Beim Belebtschlammverfahren erfolgt nach dem Abbau der Schadstoffe im Abwasser die Trennung des Belebtschlammes vom gereinigten Wasser in der Nachklärung. Ein Grossteil des abgetrennten Belebtschlammes wird in das Belebungsbecken als Rücklaufschlamm zurückgeführt. Ein kleinerer Teil wird dem System als Überschussschlamm entnommen.

Überschussschlamm

Belebtschlamm Menge, die zur Konstanthaltung der Biomassenkonzentration und des Schlammalters aus der Belebungsanlage abgezogen werden muss. Der Überschussschlamm (Sekundärschlamm) wird in der Überschussschlamm-Eindickung (Hochleistungszentrifuge) 10 - 15 fach eingedickt und direkt zur Schlammbehandlung gepumpt.

Zurück zur Anlagenbeschreibung Zurück zum Inhaltsverzeichnis Zurück zum Rundgang

Seite erstellt:  29.12.2005

letztes Update:  20.01.2013