Überschussschlamm-Eindickung ab 2012


Informationen zu Überschussschlamm-Eindickung 1973 - 2012 Informationen dazu in der Anlagebeschreibung

Überschussschlamm (Sekundärschlamm)

Der in den 4 Nachklärbecken abgesetzte Belebtschlamm bekommt die Bezeichnung Rücklaufschlamm. Damit die Biomassenkonzentration und das Schlammalter in den 6 Biologiebecken auf einem konstanten Wert gehalten werden kann, muss eine im Betriebslabor ermittelte Fracht (Menge) aus der Biologie entfernt werden. Dieser Anteil bekommt die Bezeichnung Überschussschlamm.

Die tägliche Überschussschlamm-Fracht wird der Eindickungsanlage zugeführt und maschinell eingedickt.

Der eingedickte Sekundärschlamm, aus der Biologie, wird zusammen mit dem Primärschlamm, aus dem Frischschlamm-Schacht, chargenweise in die Schlammbehandlung eingetragen.

Betriebsjahr 2012 Umbau der Steuerung ÜSS-Eindickung Dekanter mit Bremsmotor

Die Hochleistungszentrifuge wird zur Eindickung des Überschussschlammes der biologischen Reinigungsstufe verwendet. In der Zentrifuge wird mit dem Gesetz der Fliehkraft der Absetzvorgang mit Hilfe der Technik beschleunigt. Mit 2400 Umdrehungen pro Minute erzeugt die Zentrifuge ein Vielfaches der Erdanziehungskraft. Die Fliehkraft bewirkt das ein kleiner Teil Wasser, vom geringfügig schwereren Feststoffanteil ohne Hilfsmittel abgetrennt werden kann.

Im Innern der Trommel der Zentrifuge befindet sich die Austragsschnecke. Der sich im innern der Trommel an der Aussenwand angesammelte eingedickte Feststoff erhöht das Drehmoment der Austragsschnecke. Die Austragschnecke hat die Aufgabe die aufgebaute Feststoffschicht in den konusförmigen Teil der Zentrifuge zu transportieren. Die Schnecke rotiert in der Dekanter-Trommel 4 - 9 Umdrehungen langsamer. Daraus entsteht eine Vorwärtsbewegung in Richtung Austragszone Feststoffanteil.

Die Überschussschlamm-Eindickung im Betriebjaher 2017

UESS Eindickung Dekanter UESS-Dekanter PLS Anlage UESS Eindickung Frequenzumrichter

ÜSS-Eindickung
Anlagenteil Zentrifuge mit Bremsmotor
am 09.01.2017

ÜSS-Eindickung
Prozessbild Leitsystem (PLS)
am 09.01.2017

ÜSS-Eindickung
Frequenzumrichter Motoren
am 09.01.2017

Einbau von "Power Plates"

Energieeisparung durch den Einbau von "Power Plates" Wehrscheiben auf der Zentratseite der Zentrifuge.
Arbeitsprinzip der Energie Einsparung:
Der Überschussschlamm, der in die Zentrifuge befördert wird, wird mit Einbringung von Antriebsenergie auf die Trommeldrehzahl beschleunigt. Das austretende Zentratwasser verlässt die Zentrifungentrommel über die Wehrscheiben, ohne dass diese Energie zurückgewonnen wird.
Die speziellen "Power Plates" Wehrscheiben sind so geformt, dass durch das austretende Zentratwasser der Trommelantrieb unterstützt wird und somit weniger Energie aufnehmen muss. Dies ohne negativen Einfluss auf den Eindickungsprozess.

UESS Eindickung Dekanter Power Plates Zentrat UESS Eindickung Dekanter Auswurf Hülsen Dickschlamm

ÜSS Eindickung Dekanter
"Power Plates" Zentrat
am 07.06.2017

ÜSS Eindickung Dekanter
"Auswurf Hülsen" Dickschlamm
am 07.06.2017

Regelkreis Differenzdrehzahl

Der Drehzahlunterschied und somit die Austragsgeschwindigkeit wird über das Drehmoment der Austragsschnecke geregelt. Wenn sich also das Drehmoment erhöht wird mit einem Regelkreis die Differenzdrehzahl der Austragsschnecke ebenfalls erhöht. Das erhöhen der Differenzdrehzahl bewirkt, dass das Ausräumen des Feststoffes aus der Trommel beschleunigt wird.

Technisch geschieht dies zwischen der Trommel die durch den Elektromotor angetrieben wird und der Austragsschnecke in der Trommel vom Bremsmotor auf die tiefere Differenzdrehzahl geregelt wird.

Zwischen der angetriebenen Trommel und der, um die Differenzdrehzahl, weniger angetriebenen Austragschnecke befindet sich das Planetengetriebe, das die Regelung der Differenzdrehzahl Austragsschnecke zur Trommel möglich macht.

Bei tiefen Feststoff-Frachten von 0.25 - 0.9 % TR (Trockenrückstand) kann auf die Zuführung von Flockungshilfsmittel verzichtet werden. Trotzdem wird eine ausreichende Abscheidung (Abscheidungsgrad 95 - 98%) erzielt. Vom Austragstrichter wird der eingedickte Schlamm, zirka 5.5 - 9.0 % TR, mit der Exzenter-Schneckenpumpe zum Frischschlammschacht und von dort zusammen mit dem Primärschlamm zusammengemischt in den Faulraum gefördert.

Das vom Schlamm abgetrennte Wasser wird, durch den stetig neu zugeführten Überschussschlamm, über die "Power Plates" Wehrscheiben entlastet. Das abgetrennte Wasser das nur noch einen geringen Anteil Feststoffe enthält (0.1 % TR) wird Zentrat genannt. Das Zentrat wird als interner Rücklauf in die Biologiebecken zurückgeleitet.

Animation Alfa Laval Hochleistungs Zentrifuge

Dekanter Animation

Animation Alfa Laval Hochleistungs Zentrifuge

Schlammalter

Schlammalter ist ein Begriff aus der biologischen Abwasserreinigung. Schlammalter definiert das Verhältnis der im Becken vorhandenen Belebtschlamm-Trockenrückstandfracht, zur täglich abgezogenen Überschussschlamm-Trockenrückstandfracht. Das heisst das Schlammalter sagt aus wie lange theoretisch die täglich abgezogene Überschussschlamm-Fracht reicht um die vorhandene Belebtschlammfracht der Biologiebecken aufzubrauchen. Das Schlammalter wird in Tagen angegeben.

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Seite erstellt:  10.04.2005

letztes Update:  07.06.2017