Laboruntersuchungen in der ARA Untermarch

Inhaltsverzeichnis Beschreibung der Labor Analysen
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Nach 43 Jahren Betriebslabor im 1. Untergeschoss auf der Nordseite, beziehen wir das neue Betriebslabor
im 1. Obergeschoss auf der Südseite des erweiterten Betriebsgebäudes im März 2016.

ARA Labor Kontrollprogramm Betriebslabor 1973 - 2016

Wozu ein betriebseigenes Labor

Unsere Aufgabe und unser Ziel ist es, mit genormten Verfahren die gesetzlichen Vorgaben, das Gewässerschutzgesetz einzuhalten. Für die einwandfreie Betreibung der Abwasserreinigung in der ARA Untermarch ist es unerlässlich die Funktionen der Reinigungsleistungen zu kontrollieren. Anhand der im Labor gemessenen Werte ist gewährleistet dass die automatisch ablaufenden Prozesse kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Unser Betrieb verfügt über die nötige Infrastruktur um die nötige Abwasseranalytik selber durchzuführen. Zur Überprüfung der eigenen Daten zwischen der Behörde und unserem Betrieb ist eine Datenerhebung durch ein unabhängiges Labor vorgeschrieben. Im Kanton Schwyz führt diese Kontrollfunktion das Laboratorium der Urkantone (LdU) aus. Viermal im Jahr werden unabhängige Analysen durch das LdU durchgeführt und unseren betriebseigenen Ergebnissen gegenübergestellt.

Laborkorpus Ostseite im Labor Kapelle mit Glühofen, Feuchtebestimmer und Trocknungsofen Sicht Richtung Ostseite

Laborkorpus Betriebslabor
Ostseite vor der Inbetriebnahme
am 10.02.2016

Kapelle mit Glühofen, Feuchtebestimmer
und Trocknungsofen Ostseite
am 26.04.2016

Korpus Ost- und Westseite Sicht Richtung Südseite Laborkorpus Westseite im Labor

Laborkorpus Ost- und Westseite
Gesamtansicht Richtung Südseite
am 10.02.2016

Laborkorpus Betriebslabor Westseite
vor der Inbetriebnahme
am 10.02.2016

Die Probenahme

Die Probenahme ist der erste Schritt im Analysenprozess und ihr muss besondere Beachtung geschenkt werden. Eine Grundvoraussetzung für die fachgerechte Probenahme ist neben der erforderlichen Geräteausstattung eine fachlich qualifizierte Ausbildung des mit der Durchführung der Probenahme betrauten Personals. Unter den verschiedenen Probenahmen nimmt die Abwasserprobenahme die wichtigste Stellung ein.

Regelmässig durchgeführte Analysen ergeben ein Bild von der Verschmutzungsstärke und den Belastungsschwankungen des zufliessenden Rohabwassers. Zusammen mit den Analysen des gereinigten Abwassers kann die Reinigungsleistung errechnet werden.

Aus den analysierten Resultaten werden Abweichungen vom Normalzustand sofort sichtbar. So können, durch frühzeitiges Eingreifen in die Regelprozessee, Störfälle vermieden werden.

Probensammler Probennahmeabteil Probensammler Behälterabteil

Probensammler Probennahme Abteil
am 11.03.2016

Probensammler Behälter Abteil
am 11.03.2016

Mengenproportionale Mischproben haben den grösseren Aussagewert als Stichproben. Bei der Mengenproportionalen Probenahme wird in konstanten Zeitabständen, aber dem Durchfluss proportionales Volumen dem Abwasserstrom entnommen beziehungsweise proportional vom Durchfluss variierenden Zeitabständen ein konstantes Volumen dem Abwasserstrom entnommen.

Während 24 Stunden werden zirka 150 Proben aus dem Zulaufkanal entnommen. Bei jeder einzelnen Auslösung der Probenahmegeräte wird eine Menge von zirka 50ml entnommen. Dies ergibt eine Sammelprobenmenge von zirka 7.5 Liter pro Tag.

Die Anordnung und der Einbau des Ansaugschlauches des Probennahnegerätes beeinflusst massgeblich die Probenahme und somit den Messwert. Der Ansaugschlauch im Ansaugbereich darf die Gerinnewand nicht berühren, um das Ansaugen von Ablagerungen zu vermeiden. Ist der Wasserstand im Kanal nicht ständig ausreichend hoch, muss dieser aufgestaut werden.

Der Innenraum der Probensammler ist klimatisiert. Die Betriebstemperatur beträgt 4°C.

Probensammler Gesamtansicht Klimaschrank mit Proben BSB 5

Probensammler Gesamt Ansicht
am 11.03.2016

Klimaschrank mit Proben BSB 5
am 22.04.2016

Betriebsdaten die rund um die Uhr vom Prozessleitsystem registriert werden

Seit Mittwoch, 5. Februar 2006 erfasst unser Prozessleitsystem (PLS) folgende Daten automatisch

  • Aussentemperatur ⇒ Luft  (ºC)   minimum / Mittelwert / maximum

  • Niederschlag ⇒ Menge   (mm / m2)   oder   (Liter / m3)

  • Rohabwasser Zulauf ⇒ Menge   (m3)   Menge / minimum / Mittelwert / maximum

  • Rohabwasser Zulauf ⇒ pH-Wert   (pH)   minimum / Mittelwert / maximum

  • Rohabwasser Zulauf ⇒ Temperatur   (ºC)   minimum / Mittelwert / maximum

  • Belebtschlamm ⇒ Sauerstoff Gehalt   (mgO2 / l)
    Biologiebecken 1 - 6 ⇒ minimum / Mittelwert / maximum

  • Belebtschlamm ⇒ Temperatur   (ºC)
    Biologiebecken 1 - 6 ⇒ minimum / Mittelwert / maximum

  • Belebtschlamm ⇒ Schlammalter   SA = Tage   Biologie ⇒ Aufenthaltszeit   AZ = Stunden

  • Belebtschlamm ⇒ Interner Kreislauf ⇒ Menge   Tages Menge / Tages Fracht

  • Rücklaufschlamm ⇒ Interner Kreislauf ⇒ Menge   Tages Menge / Tages Fracht

  • Überschussschlamm ⇒ Abzug ⇒ Menge   Tages Menge / Tages Fracht

  • Frischschlamm Eintrag Faulraum ⇒ Menge   (m3 / d)   Tages Menge
    Frischschlamm Eintrag Faulraum ⇒ Fracht   (t / d)   Tages Fracht

  • Schlamm im Faulraum ⇒ Temperatur   (ºC)   minimum / Mittelwert / maximum

  • Schlamm im Faulraum ⇒ Abbauleistung   (%)   minimum / Mittelwert / maximum

  • Schlamm im Faulraum ⇒ Aufenthaltszeit   Tage   minimum / Mittelwert / maximum

  • Faulschlamm Entwässerung ⇒ Menge   (m3 / Mulde)
    Faulschlamm Entsorgung ⇒ Fracht   t / Transport Mulde

Analysen die im betriebseigenen Labor durchgeführt werden

Biologischer Sauerstoff Bedarf in 5 Tagen  BSB5

Chemischer Sauerstoff Bedarf  CSB

Zweck der Analyse

Der Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB) gibt die Menge Sauerstoff an die für den biologischen Abbau im Abwasser, vorhandener organischer Stoffe unter bestimmten Bedingungen und innerhalb einer bestimmten Zeit, benötigt wird.
Hauptsächlich dient der Biologische Sauerstoffbedarf als Schmutzstoffparameter zur Beurteilung der Verschmutzung im Abwasser.

Dieser Parameter ist geeignet für die Bestimmung der Anlagengrösse. Die Analyse BSB ist nicht geeignet um die Abwasserreinigung zu steuern, weil die Resultate erst nach z.B. 5 Tagen feststeht.

Häusliches Abwasser enthält normalerweise keine toxischen oder hemmende Substanzen. Es sind genügend Nährsalze und geeignete Mikroorganismen vorhanden. Unter diesen Voraussetzungen ist die BSB5-Bestimmung in der unverdünnten Probe mit dem OxiTop-Messsystem möglich.

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. OxiTop-Messsystem mit 12 Probeflaschen und Rührsystem

  3. Thermostatenschrank (Temperatur 20°C +/-1K)

  4. 12 Probeflaschen braun (Nennvolumen 510ml)

  5. 12 Magnet-Rührstäbchen

  6. 1 Rührstabentferner (magnetischer Stab)

  7. Überlaufmesskolben:  Zulauf: 164ml  Ablauf: 432ml

  8. Glastrichter für Probenflasche

  9. 12 Gummiköcher und 1 Pinzette

  10. Natriumhydroxid-Plätzchen;  Nitrifikationshemmstoff NTH 600

Verfahren Manometrisch mit OxiTop

Die zu untersuchende Abwasserprobe wird in eine Flasche eingebracht, wobei ein Grossteil der Flasche mit Luft gefüllt bleibt. Die Flasche wird luftdicht mit einem speziellen Luftdruck-Messkopf verschlossen. Das entstehende CO2 wird chemisch gebunden. Der Sauerstoffverbrauch bewirkt eine Druckabnahme, woraus der Biologische Sauerstoffbedarf errechnet werden kann. Die Messflaschen werden auf einer speziellen Magnetrührer-Plattform unter ständigem rühren bei einer konstanter Temperatur von 20 ºC gehalten. Der Luftdruck-Messkopf hat den weiteren Vorteil und die Möglichkeit der laufenden elektronischen Aufzeichnung der Entwicklung des Sauerstoffbedarfs. Der Einwohnergleichwert gibt die Belastung von häuslichen Abwässern mit biologisch oxidierbaren Stoffen, ausgedrückt als BSB5, je Einwohner und Tag an. Er liegt bei etwa 60 g BSB5 je Einwohner und Tag.

Ausführungsablauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Mischprobe homogenisieren.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen.
Proben ansonsten temperieren.
Überlaufmesskolben mit der Abwasserprobe spülen.
Nitrifikationshemmstofflösung NTH in den Messkolben geben.

Dosierung NTH

Zulauf: 3 Tropfen  Ablauf: 9 Tropfen.

Befüllter Überlaufmesskolben mit homogenisierter Abwasserprobe mit Glastrichter in die Probeflasche geben.
Ein Magnetrührstäbchen in die Probeflasche geben.
Gummiköcher in den Flaschenhals setzen.
Zwei Plätzchen Natriumhydroxid mit einer Pinzette in den Gummiköcher geben.
Messkopf auf die Probeflasche dicht aufschrauben.
OxiTop-Messkopf durch gleichzeitiges betätigen beider Bedientasten starten.
Probenflaschen in den Thermostatschrank auf die Rührplattform stellen.
Die Proben 5 Tage, bei 20°C +/-1K inkubieren.

Nach 5 Tagen Messwerte am Messkopf auslesen.
Dieser Messkopf speichert fünf Messwerte, also für jeden Tag ein Messwert.

Auswertung

Zulaufprobe: 164 ml  Anzeigewert mal Faktor 10
Ablaufprobe: 432 ml  Anzeigewert ohne Faktor

Herstellung der Nitrifikationshemmstoff-Lösung:  (NTH)

Herstellung nach Labor der Urkantone:  (LdU)

50ml destilliertes Wasser mit 0.5g ATH gut vermischen.
ATH = N-Allhylthioharnstoff  ergibt eine Lösung:  1%

Herstellung nach ATV

500ml destilliertes Wasser mit 0.25g ATH gut vermischen.
ATH = N-Allhylthioharnstoff  ergibt eine Lösung:  0.05%

BSB 5 ⇒ Grenzwerte und Anforderungen

Grenzwert Konzentration:  Ablauf ARA   < 15mg/l

Grenzwert Wirkungsgrad:  Zulauf / Ablauf ARA   > 90%

Wert darf nie überschritten werden:  Ablauf ARA   > 40mg/l

Zweck der Analyse

Der CSB-Wert ermittelt die Menge Sauerstoff welche, zur Oxidation der gesamten im Abwasser enthaltenen organischen Stoffen, verbraucht wird. Bei häuslichem Abwasser ist der CSB-Wert zirka doppelt so hoch wie der BSB5-Wert der gleichen untersuchten Abwasserprobe. Entsprechend beträgt der anteilige Wert pro Einwohner für die Kläranlagenbelastung 120g CSB/E*d.

Höhere BSB/CSB-Verhältnisse geben Hinweis auf schwerer abbaubare organische Stoffe im Abwasser. Der CSB kann dazu verwendet werden, die Stoffströme der organischen Kohlenstoffverbindungen auf Abwasserreinigungsanlagen zu beschreiben.

Der CSB ist der Leitparameter für die Beurteilung der organischen Verschmutzungen. Die Bestimmung des CSB ersetzt die Messung des Kaliumpermanganatverbrauch. Die Untersuchungshäufigkeit entspricht der bisherigen Anzahl KMnO4-Bestimmungen in den Untersuchungsprogrammen, diese ist von der ARA-Ausbaugrösse abhängig.

Die Bestimmung des CSB muss nach der DIN ISO 15705 erfolgen. Darin ist der CSB-Aufschluss folgendermassen definiert:
Heizblock vorheizen (148°C), Küvette in den Heizblock stellen und 120 Minuten kochen.

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Küvetten-Test mit vordosierten Reagenzien: LCK 114  Zulauf  (150 - 1000mg/l O2

  3. Küvetten-Test mit vordosierten Reagenzien: LCK 314  Ablauf  (15 - 150mg/l O2

  4. Micropipette (0.5 - 5ml)

  5. Thermostat Heizgerät LT200-2 programmierbar mit 2 Heizblöcken

  6. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahren mit Küvettentest

Der Küvettentest ist ein Analyse-Verfahren, mit dem chemische Parameter von Abwasserproben photometrisch gemessen werden können. Die Abwasserprobe wird hierfür, mit den Parameter CSB spezifischen Reagenzien in der Lösung, zur Reaktion gebracht. Durch die Inhaltsstoffe in der Abwasserprobe erfolgt eine Farbänderung der Lösung. Die Farbänderung kann photometrisch gemessen werden. Sie steht in direktem Zusammenhang mit der Konzentration der untersuchten Probe in der Lösung und ermöglicht eine quantitative Aussage. In unserem Labor werden CSB-Küvettentests verwendet, die bereits die notwendigen Reagenzien in der richtigen Menge enthalten. Es wird die definierte Menge der zu untersuchenden Probe, in unserem Falle Abwasser, in die Küvette dosiert und nach Durchmischung beginnt die Reaktion. Beim zu untersuchtem Parameter CSB liegt die Reaktionszeit bei 120 Minuten bei 148°C. Nach Abschluss der Reaktion und abkühlen der Küvette auf 20°C kann die photometrische Messung durchgeführt werden. Für diese Messung ist ein Spectro Photometer mit Mikroprozessor vorhanden, welches die gemessene Probelösung sofort in den gesuchten Konzentrationswert umrechnen und digital anzeigen kann.

Küvettentests werden aufgrund ihrer Schnelligkeit und einfachen Handhabung in der Abwasseranalytik eingesetzt. Beispiel der umwelttechnischer Betrieb wie unsere Abwasserreinigungsanlage.

Ausführungsablauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Mischprobe homogenisieren.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen.
Proben ansonsten temperieren.

Schritt 1

Küvettentest LCK 114 und LCK 314 Bodensatz in Schwebe bringen durch gutes schütteln.

Zulauf:  LCK 114 = 2.0ml Zulauf Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren und sofort verschliessen. (Achtung die Küvette wird sofort heiss)

Ablauf:  LCK 314 = 2.0ml Ablauf Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren und sofort verschliessen. (Achtung die Küvette wird sofort heiss)

Küvetten 2 - 3 mal schwenken und im Thermostaten mit Programm CSB starten.

Schritt 2

Thermostatprogramm: Aufschlussablaufzeit 120 Minuten bei 148°C.

Schritt 3

Nach Ablauf des Aufschlussprogammes Küvetten entnehmen 2 - 3 mal schwenken und abkalten lassen.

Danach Küvetten gut reinigen und mit Spectro Photometer auswerten.

CSB ⇒ Grenzwerte und Anforderungen

Grenzwert Konzentration:  Ablauf ARA   < 45mg/l

Grenzwert Wirkungsgrad:  Zulauf / Ablauf ARA   > 85%

Wert darf nie überschritten werden:  Ablauf ARA   > 120mg/l

Verwendung der Analyse-Werte

  • BSB 5  Konzentration (mg/l)  im Zulauf und im Ablauf

  • BSB 5  Fracht (kg)  im Zulauf und im Ablauf

  • BSB 5  Reinigungsleistung (%)  vom Zulauf zum Ablauf

  • BSB 5  Einwohnerwerte (EW)  im Zulauf

  • BSB 5  Auslastung (%)   der ARA

Verwendung der Analyse-Werte

  • CSB  Konzentration (mg/l)  im Zulauf und im Ablauf

  • CSB  Fracht (kg)  im Zulauf und im Ablauf

  • CSB  Reinigungsleistung (%)  vom Zulauf zum Ablauf

  • CSB  Einwohnerwerte (EW)  im Zulauf

  • CSB  Auslastung (%)   der ARA

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Geräteteile für BSB 5 Bestimmung Küvettentest LCK114 für CSB

Die Utensilien für BSB5
Bestimmung mit OxiTop Rührsystem
am 22.04.2016

Küvettentest LCK114 + 314 CSB
Aufschlussblock und Photometer
am 21.04.2016

Kaliumpermanganatverbrauch  KMnO4

Gesamte ungelöste Stoffe  GUS

Zweck der Analyse

Die Analyse Kaliumpermanganat-Verbrauch ist ein Summenparameter für den chemischen Sauerstoffbedarf des Abwassers. Diese Analyse ist eines der ältesten Verfahren und geht bis zu den Anfängen der Abwasserforschung zurück. Dabei werden vorwiegend leicht oxidierbare Kohlenstoffverbindungen, nicht jedoch Stickstoffverbindungen erfasst. Es ist daher eine Methode, um geringfügig verschmutzte Abwässer zu untersuchen. Der Kaliumpermanganat-Verbrauch ist im Allgemeinen höher als der biochemische Sauerstoffbedarf (BSB), da die chemischen Reaktionen auch Substanzen angreift, die biologisch nicht abgebaut werden können.

Geräte die benötigt werden

  1. Messzylinders 100ml und Erlenmeyerkolben 500ml

  2. Verdünnungswasser nach besonderer Aufbereitung

  3. Dosierflasche mit Dosierkolben 5ml für Schwefelsäure 20%

  4. Schnellbetriebsbürette (10 ml) nach Dr. Schilling
    für Kaliumpermanganat-Lösung c=0,02 mol/l (0.1N) KMnO4

  5. Schnellbetriebsbürette (10 ml) nach Dr. Schilling
    für Oxalsäure-Lösung c=0,05 mol/l (0.1N) C2H2O4

  6. Heizplatte regelbar (Glaskeramik); mehrere Siedesteinchen (Glasperlen)

  7. Zeituhr (Timer 10 Minuten); Greifzange; Magnetrührerplatte

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Beim Zulauf (Rohabwasser) kann im Allgemeinen 20 - 30ml Probenmenge im Messzylinder abgemessen werden. Diese Probenmenge wird mit Verdünnungswasser bis auf genau 100ml ergänzt.
Beim Ablauf (gereinigtes Abwasser) kann im Allgemeinen 100ml Probenmenge unverdünnt im Messzylinder abgemessen werden.
Die Abwasserproben verdünnt oder unverdünnt werden jeweils in einen Erlenmeyerkolben gegeben. Jede Probe versetzt man mit je 5ml 20%-iger Schwefelsäure. Die Abwasserproben müssen innert 3 Minuten zum Sieden erhitzt werden. Um das gleichmässige Sieden zu kontrollieren werden mehrere Siedesteinchen zugegeben. Die zwei Erlenmeyerkolben werden auf die Heizplatte gestellt und bis zum Sieden erhitzt. Anschliessend werden mit der Schnellbetriebsbürette 10mL der KMnO4-Lösung hinzugegeben. Bei gleichbleibender Siedetemperatur die Lösung 10 Minuten am gerade erkennbaren Sieden halten. Nach Ablauf der Siedezeit werden die Kolben mit der Greifzange vom der Heizplatte genommen. Einen Magnetrührer in die Probe geben und auf einer Magnetrührplatte absetzen.
Sofort mit der Schnellbetriebsbürette 10ml Oxalsäure (c=0,05 mol/l) zudosieren, wobei sich die Proben schnell entfärben sollten.
Jetzt erfolgt die Titrierung mit KMnO4-Lösung (c=0,02 mol/l) bis eine schwache aber bleibende Rosafärbung eintritt. Dabei soll die Abwasserprobe gut durchmischt werden.

Die zur Titration verbrauchte Menge an Kaliumpermanganatlösung darf 6.00ml nicht übersteigen.

Auswertung der Analyse

Berechnung des Kaliumpermanganat-Verbrauchs

Bei der Abwasseranalyse wird der Kaliumpermanganatverbrauch in mg/l bezogen auf KMnO4 angegeben.
1ml KMnO4-Lösung (c= 0.02 mol/l)
enthält 158 x 0.02 = 3,16 mg KMnO4.
Für 100ml Wasserprobe und  "X"  ml Verbrauch ergibt sich entsprechend folgender Permanganat-Verbrauch pro Liter

KMnO4-Verbrauch = titrierte Menge x (1000 x 3,16) / Einmass

Beispiel

Einmass  = 20ml ergänzt mit Verdünnungswasser auf 100ml
titrierte Menge = 3.15 ml

KMnO4-Verbrauch = 3.15 x (1000 x 3,16) / 20 = 497.7mg/l = 498mg/l

Zweck der Analyse

Gemäss Gewässerschutzverordnung (GSchV) muss die Bestimmung der gesamten ungelösten Stoffe mittels Membranfilter, Porengrösse 0.45µm, erfolgen. Dazu verwenden wir in unserem Labor Membranfilter: Pall Corporation GN-6 Grid Steril 50mm / 0.45µm.

Gewichtsmässige Bestimmung der im ARA-Abfluss enthaltenen Schwimm- Schwebe- und absetzbaren Stoffe zur Funktionskontrolle der Abwasserreinigungsanlage.

Das gefilterte Probenmaterial kann für weitere Analysen verwendet werden. Trübungen und Partikel verursachen bei Messungen mit photometrischer Auswertung Fehlmessungen. Deshalb muss das Probenmaterial vorgängig mit einem Membranfilter, Porengrösse 0.45µm, filtriert werden. Diese Porengrösse ist gemäss den aktuellen Vorschriften für die Unterscheidung von gelösten und ungelösten Stoffen standardisiert.

Probenmaterial mit einer Durchsichtigkeit nach Snellen von >60 cm muss gemäss den VSA-Richtlinien für die Bestimmungen von NH4-N, NO2-N und NO3-N nicht filtriert werden.

Geräte die benötigt werden

  1. Messzylinder 1 Liter.

  2. Filtriergerät nach Witt für Membranfilter, Auffangvolumen grösser 1 Liter.

  3. Vacuumpumpe oder Wasserstrahlpumpe mit Vaccumfestem Schlauch.

  4. Membranfilterpapier Ø 50mm, Porengrösse 0.45µm.

  5. Trockenschrank mit Temperaturregler für 105 - 120°C

  6. Exikator mit Silikatgelfüllung

  7. Analysenwaage Genauigkeit: 0.1mg

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Das Membranfilterpapier Ø 50mm, Porengrösse 0.45µm wird im Trockenschrank mindestens 1 Stunde bei 120°C getrocknet. Danach im Exikator abkühlen lassen und danach das Gewicht mit der Analysenwaage bestimmen. Die durchmischte Abwasserprobe 0.1 - 1 Liter wird durch das getrocknete Membranfilter filtriert. Jetzt wird das Filter mit dem Rückstand wieder im Trockenschrank mindestens 1 Stunde bei 120°C getrocknet. Danach wieder Exikator abkühlen lassen und danach das Gewicht mit der Analysenwaage bestimmen. Die Gewichtsdifferenz stellt die Menge an ungelösten Stoffen dar. Wenn weniger als 1 Liter Abwasserprobe filtriert wurde ist das Resultat auf 1 Liter zu berechnen.

GUS = Filter mit Rückstand - Filter leer / filtrierte Abwassermenge x 1000

Beispiel

Filter mit Rückstand  = 0.0754g
Filter leer  = 0.0715g
Filtrierte Menge  = 0.8l

GUS = (0.0754 - 0.0715) / 0.8 x 1000 = 4.875mg/l = 5mg/l

Ergebnis

Gesamte ungelöste Stoffe in mg/l = 5mg/l

GUS ⇒ Grenzwerte

Grenzwert Konzentration:  Ablauf ARA   < 15mg/l

Wert darf nie überschritten werden:  Ablauf ARA   > 50mg/l

Verwendung der Analyse-Werte

  • KMnO4  Konzentration (mg/l)  im Zulauf und im Ablauf

  • KMnO4  Fracht (kg)  im Zulauf und im Ablauf

Verwendung der Analyse-Werte

  • GUS  Konzentration (mg/l)  im Ablauf ARA

  • GUS  Fracht (kg)  im Ablauf ARA

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Kaliumpermanganat Versuchsanordnung GUS Filter belegt

Kaliumpermanganat-Verbrauch
Geräte und Verfahrensmaterial
am 21.04.2016

Belegtes Filterpapier GUS
auf Vacuum Absaugvorrichtung
am 21.04.2016

Gesamt Phosphor  Ptot  /  Ortho-Phosphat  PO4

Ammonium  NH4-N

Zweck der Analyse

Für die Berechnung der benötigten Fällmittelmenge für die Phosphatelimination. Zur Kontrolle der genügenden Entfernung von Phosphat aus dem Abwasser.

Die Phosphate werden mit Aluminiumsulfat und oder Eisen(III)Chlorid gefällt. Die Phosphatelimination kann gleichzeitig mit der biologischen Abwasserreinigung in Belebungsanlagen (Simultanfällung), dritte Reinigungsstufe durchgeführt werden. Es wird zwischen der biochemischen und chemischen Phosphatelimination unterschieden, wobei diese oft kombiniert werden.

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 350  Zulauf  (2.0 - 20.0mg/l PO4-P)

  3. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 349  Ablauf  (0.05 - 1.5mg/l PO4-P)

  4. Micropipette (100 - 1'000µl) und Micropipette (1 - 10ml)

  5. Thermostat Heizgerät LT200-2 programmierbar mit 2 Heizblöcken

  6. Zeituhr (Timer 10 Minuten)

  7. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Bestimmung: Gesamt Phosphat  Ptot

Für die Phosphatbestimmung  Ptot mit dem Küvetten-Test müssen die Phosphate als Orthophosphate vorliegen. Polyphosphate und Organophosphate werden bestimmt, nachdem sie mit Peroxodisulfat aufgeschlossen und dadurch zu Orthophosphaten umgesetzt werden. Nach der Oxidation spricht man auch von Gesamtphosphat oder  Ptot.

Die zu untersuchende mengenproportionale Mischprobe homogenisieren.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen.
Proben ansonsten temperieren.

Schritt 1

Küvettentest LCK 350 mit transparentem und LCK 349 mit grünem Reagenzien-DosiCap Zip (Siegelfolie vorsichtig abziehen) bereitstellen.

Schritt 2

Zulauf:  LCK 350 = 400µl Zulauf Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren.
Ablauf:  LCK 349 = 2.0ml Ablauf Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren.

Schritt 3

Beide Küvetten sofort mit dem transparentem Reagenzien-DosiCap Zip mit Riffelung nach oben verschliessen.
Küvetten gut schütteln und anschliessend im Thermostat Heizgerät LT200-2 platzieren.

Schritt 4

Thermostatprogramm: Aufschlusszeit 60 Minuten bei 100°C.
Heizgerät oder Thermostat mit Programm Ptot. starten.

Schritt 5

Nach Ablauf des Aufschlussprogammes Küvetten entnehmen 2 - 3 mal schwenken und abkühlen lassen auf ca. 20°C.

Schritt 6

Zulauf:  Graues DosiCap (LCK 350C) bereitlegen, Küvette öffnen und Reagenzie (LCK 350B = 500µl) mit Micropipette in die Küvette dosieren.
Ablauf:  Graues DosiCap (LCK 349C) bereitlegen, Küvette öffnen und Reagenzie (LCK 349B = 200µl) mit Micropipette in die Küvette dosieren.

Schritt 7

Beide Küvetten sofort mit grauem DosiCap verschliessen.

Schritt 8

Mit kräftigem schütteln gut mischen und Timer mit 10 Minuten Reaktionszeit ablaufen lassen.
Danach Küvetten gut reinigen und mit Spectro Photometer auswerten.

Phosphat  ⇒  Grenzwerte und Anforderungen

Grenzwert Konzentration:  Ablauf ARA   < 0.8mg/l

Grenzwert Wirkungsgrad:  Zulauf / Ablauf ARA   > 80%

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Bestimmung: Ortho-Phosphat  PO43-

In der Abwasseranalytik unterscheidet man Ortho-Phosphat = im Wasser frei lösliches Phosphat.
Gesamt-Phosphat = die Summe von Ortho-Phosphat und organischen Phosphat-Verbindungen zusammen.
Wobei der Ortho-Phosphatanteil die grössere Menge ausmacht.
Begründung: Schritte 3, 4 und 5 Die Oxidation wird weggelassen bei der Bestimmung Ortho-Phosphat.

Chemische Formel: PO4-P (Gesamt-Phosphor)

Chemische Formel: PO43- (Ortho-Phosphat) Für jedes Phosphatatom werden vier Sauerstoffatome dazugegeben

1mg P = 3.066 mg PO43-

1mg PO43- = 0.33 mg P

In der Abwasseranalytik wird die PO4-Konzentration immer auf den P-Gehalt im Phosphat umgerechnet!

Berechnung von: Gesamt-Phosphor  PO4-P  nach  Ortho-Phosphat  PO4 3-

PO4 3-  =  PO4-P  x  F

Faktor: F  =  3.066

Beginne bei Schritt 2  mache sofort weiter bei Schritte 6, 7 und 8

Jetzt folgt noch die Berechnung: PO4-P x 3,066 = PO4

Zweck der Analyse

Zur Kontrolle der Entfernung von Ammonium aus dem Abwasser. Bei Kläranlagen ohne Nitrifikation enthält, das die Anlage verlassende gereinigte Abasser, in der Regel zu hohe Befrachtung an Ammonium im Vergleich zu den gesetzlich zugelassenen Werten. Besonders hoch befrachtet ist dabei das Zentratwasser, welches beim Entwässern des Klärschlammes anfällt. Dieses Zentratwasser wird dem Zulauf der Kläranlage zugegeben und damit die Ammonium-, Stickstofffracht im Kreis geführt. Auf diese Art und Weise trägt die Rückführung des Zentratwassers in den Zulauf der Kläranlage bei der Ammoniumfracht 15-20% und bei der Phosphatfracht 7-10% ständig zur Befrachtung der Kläranlage bei.

Gelangt zuviel Ammonium aus Abwasserreinigungsanlagen in die Gewässer, wird es dort unter Sauerstoffverbrauch durch Mikroorganismen zu Nitrit oder Nitrat umgewandelt. Das in Kläranlagen gebildete Ammonium kann durch Nitrifikation und Denitrifikation weitgehend eliminiert werden. Stickstoffverbindungen fördern das Algenwachstum (Eutrophierung).

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Zentrifuge XC 2000 für trübe Abwasserproben

  3. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 303  Zulauf  (2.0 - 47.0mg/l NH4-N)

  4. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 304  Ablauf  (0,015 - 2.0mg/l NH4-N)

  5. Micropipette (100 - 1'000µl) und Micropipette (1 - 10ml)

  6. Zeituhr (Timer 15 Minuten)

  7. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Mischprobe homogenisieren.
Trübe Abwasserprobe zentrifugieren oder filtern.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen. Proben ansonsten temperieren.
Küvettentest LCK 303 mit rosa und LCK 304 mit grünem Reagenzien-DosiCap Zip (Siegelfolie vorsichtig abziehen) bereitstellen.

Zulauf:  LCK 303 = 200µl Zulauf Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren und sofort mit dem zugehörigen rosa Reagenzien-DosiCap Zip mit Riffelung nach oben verschliessen.

Ablauf:  LCK 304 = 5.0ml Ablauf Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren und sofort mit dem zugehörigen grünem Reagenzien-DosiCap Zip mit Riffelung nach oben verschliessen.

oder

Ablauf:  LCK 303 = 200µl Ablauf Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren und sofort mit dem zugehörigen rosa Reagenzien-DosiCap Zip mit Riffelung nach oben verschliessen.

Mit kräftigem schütteln gut mischen und 15 Minuten Reaktionszeit ablaufen lassen. Danach Küvetten sofort gut reinigen und mit Spectro Photometer auswerten.

Ammonium ⇒ Richtwerte und Anforderungen

Richtwert Konzentration:  Ablauf ARA   <   2.0mg/l

Grenzwert Wirkungsgrad:  Zulauf / Ablauf ARA   kein Grenzwert

Verwendung der Analyse-Werte

  • Ptot  Konzentration (mg/l)  im Zulauf und im Ablauf

  • Ptot  Fracht (kg)  im Zulauf und im Ablauf

  • Ptot  Reinigungsleistung (%)  vom Zulauf zum Ablauf

  • Ptot  Einwohnerwerte (EW)  im Zulauf

  • Ptot  Auslastung (%)  der ARA

Verwendung der Analyse-Werte

  • NH4-N  Konzentration (mg/l)  im Zulauf und im Ablauf ARA

  • NH4-N  Fracht (kg)  im Zulauf und im Ablauf ARA

  • NH4-N  Reinigungsleistung (%)  vom Zulauf zum Ablauf

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Nitrit  NO2-N

Nitrat  NO3-N

Zweck der Analyse

Zur Kontrolle der Funktion Nitrifikation unserer Kläranlage.

Beim 1. Schritt der Nitrifikation entsteht im Bereich Abwasser Nitrit.

Beim 2. Schritt wandelt sich Nitrit zum Nitrat um.

Nitrit entsteht als Zwischenprodukt bei der Nitrifikation.
Die Nitrit-Konzentration im Ablauf der Kläranlage soll im Normalfall sehr tief (um 0.1 mg/l) sein.

Erhöhte Nitrit-Konzentrationen sind meist ein Hinweis auf eine Störung der mikrobiologischen Prozesse.

Einer Überlastung der Anlage oder ungenügende Belüftung in der Belebtschlammbecken.

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 341  Ablauf  (0,015 - 0.6mg/l NO2-N)

  3. Micropipette (0.5 - 5.0ml)

  4. Zeituhr (Timer 10 Minuten)

  5. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Mischprobe homogenisieren.
Trübe Abwasserprobe zentrifugieren oder filtern.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen. Proben ansonsten temperieren.
Küvettentest LCK 341 mit hellblauem Reagenzien-DosiCap Zip (Siegelfolie vorsichtig abziehen) bereitstellen.

LCK 341 = 2.0ml Abwasserprobe mit Micropipette in die Küvette dosieren und sofort mit dem zugehörigen hellblauen Reagenzien-DosiCap Zip mit Riffelung nach oben verschliessen.
Mit kräftigem schütteln gut mischen und 10 Minuten Reaktionszeit ablaufen lassen. Danach Küvetten sofort gut reinigen und mit Spectro Photometer auswerten.

Nitrit ⇒ Grenzwert

Grenzwert Konzentration:  Ablauf ARA   < 0.3mg/l

Zweck der Analyse

Zur Kontrolle der zwei Funktionen Nitrifikation und Denitrifikation unserer Kläranlage. Nitrat entsteht im Bereich Abwasser bei der Nitrifikation und kann bis zum elementaren Stickstoff abgebaut werden. Die Nitrat-Konzentration im Ablauf der Kläranlage ist im Normalfall tief (um 10 - 25 mg/l).

Erhöhte Nitrat-Konzentrationen sind meist ein Hinweis auf einen nicht vollständigen mikrobiologischen Prozess.
Einer Überlastung der Anlage oder ungenügende Denitrifikation.
Für die Elimination von Stickstoff-Verbindungen, mit Nitrifikation und Denitrifikation, sind die bei uns üblichen Abwassertemperaturen 12 - 23°C und ein Schlammalter von 14 bis 25 Tagen erforderlich.
In den Wintermonaten November bis März ist oft die Abwassertemperatur zwischen 8 - 12°C und somit zu tief für die vollständige Nitrifikation.

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 339  (0.23 - 13.5mg/l NO3-N)
    oder
    Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 340   (5.0 - 35.0mg/l NO3-N)

  3. Micropipette (0.5 - 5.0ml) und Micropipette (100 - 1'000µl)

  4. Zeituhr (Timer 15 Minuten)

  5. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Mischprobe homogenisieren.
Trübe Abwasserprobe zentrifugieren oder filtern.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen. Proben ansonsten temperieren.
Küvettentest LCK 339 mit grünem Deckel oder LCK 340 mit rotem Deckel bereitstellen.

LCK 339 = 0.2ml Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren. Reagenzie A: = 1.0ml mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren und sofort mit dem zugehörigen Schraubdeckel verschliessen.

LCK 340 = 1.0ml Abwasserprobe mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren. Reagenzie A: = 0.2ml mit Micropipette langsam in die Küvette dosieren und sofort mit dem zugehörigen Schraubdeckel verschliessen.

Mit kräftigem schütteln gut mischen und 15 Minuten Reaktionszeit ablaufen lassen. Danach Küvetten sofort gut reinigen und mit Spectro Photometer auswerten.

Verwendung der Analyse-Werte

  • NO2-N  Konzentration (mg/l)  im Ablauf ARA

  • NO2-N  Fracht (kg)  im Ablauf ARA

Verwendung der Analyse-Werte

  • NO3-N  Konzentration (mg/l)  im Ablauf ARA

  • NO3-N  Fracht (kg)  im Ablauf ARA

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Nitrit und Nitrat Küvettentest und Mikroliter-Pipetten Ammonium LCK303 und LCK304 Küvettentest

Nitrit LCK341 und Nitrat LCK340
Mikroliter-Pipetten für Befüllung
am 21.04.2016

Ammonium LCK303 + 304
Befüllung der Küvetten
am 21.04.2016

TOC  Zulauf

TOC / DOC  Ablauf

Zweck der Analyse

Nach den Ausführungsvorschriften zum Gewässerschutzgesetz ist für die Beurteilung der organischen Stoffe im Rohabwasser von komunalen Abwasserreinigungsanlagen der gesamte organische Kohlenstoff (TOC) eine wichtige Kenngrösse.

Ausgangslage

Die analytische Bestimmung dieses Parameters konnte bis vor kurzem nur von Laboratorien, die mit kostspieligen TOC-Analysen-Messgeräten ausgerüstet sind, vorgenommen werden.
Dem Betriebspersonal von Kläranlagen war es mangels dieser kostspieligen Geräte nicht möglich, selbst TOC-Messungen auf der Anlage durchzuführen.
Anstelle der TOC-Analysen wurde auf vielen Kläranlagen der Chemische Sauerstoffbedarf (CSB) im Rohabwasser bestimmt.

Genaue Analysen des CSB erfordern Reagenzien, die Quecksilber zur Maskierung von Chlorid enthalten. Nach den Vorschriften der Stoffverordnung ist die Verwendung von Quecksilberverbindungen jedoch verboten.

Einfache TOC-Bestimmungsmethode

Zur Bestimmung des organischen Kohlenstoffs ist ein einfacher Küvettentest entwickelt und auf den Markt gebracht worden.
Mit diesem Test ist es möglich, TOC-Messungen im Rohabwasser mit grosser Genauigkeit kostengünstig durchzuführen.

Das Prinzip des Küvettentest beruht auf der Oxidation der organischen Stoffe mit Hilfe eines chemischen Oxidationsmittels bei 100°C. Das bei der Oxidation gebildete CO2 wird über eine gasdurchlässige Membrane in einem Indikator aufgefangen und photometrisch gemessen. Der anorganische Kohlenstoff wird vorgängig ausgetrieben.

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 386  Zulauf  (30 - 300mg/l TOC)

  3. Micropipette (0.5 - 5.0ml)

  4. Rüttler X-5

  5. Thermostat Heizgerät LT200-2 programmierbar mit 2 Heizblöcken

  6. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahrens- und Ausführungsablauf  TOC  Zulauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Zulauf Mischprobe während mind. 1 Minute homogenisieren.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen. Probe ansonsten temperieren.

1. Probe ( 1.0ml ) in die Aufschlussküvette LCK386 (30 - 300mg/l TOC) pipettieren.

2. Offene Aufschlussküvette fünf Minuten im TOC-X5 rütteln.

3. Doppeldeckel mit gasdurchlässiger Membrane nach Vorgabe aufschrauben.

4. Indikatorküvette und Aufschlussküvette miteinander verbinden.

5. Zwei Stunden im Thermostat Heizgerät LT200-2 bei 100°C aufschliessen.
    (blauer Indikator nach oben)

6. Küvette entnehmen und abkühlen lassen.

7. Mit Spectro Photometer DR 3900 auswerten.
    (blauer Indikator nach unten)

Zweck der Analyse

Nach den Ausführungsvorschriften zum Gewässerschutzgesetz sind für die Beurteilung der organischen Stoffe im gereinigten Abwasser von komunalen Abwasserreinigungsanlagen der gelöste organische Kohlenstoff (DOC) und der gesamte organische Kohlenstoff (TOC) zwei wichtige Kenngrössen.

Der DOC Grenzwert im gereinigten Abwasser beträgt 10mg C/l

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Filtriergerät nach Witt für Membranfilter, Auffangvolumen grösser 1 Liter.

  3. Membranfilterpapier Ø 50mm, Porengrösse 0.45µm.

  4. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 385  Ablauf  (3 - 30mg/l TOC)

  5. Micropipette (0.5 - 5.0ml)

  6. Rüttler X-5

  7. Thermostat Heizgerät LT200-2 programmierbar mit 2 Heizblöcken

  8. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahrens- und Ausführungsablauf  TOC  Ablauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Ablauf Mischprobe homogenisieren.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen. Proben ansonsten temperieren.

1. Probe ( 2.0ml ) in die Aufschlussküvette LCK385 (3 - 30mg/l TOC) pipettieren.

2. Offene Aufschlussküvette fünf Minuten im TOC-X5 rütteln.

3. Doppeldeckel mit gasdurchlässiger Membrane nach Vorgabe aufschrauben.

4. Indikatorküvette und Aufschlussküvette miteinander verbinden.

5. Zwei Stunden im Thermostat Heizgerät LT200-2 bei 100°C aufschliessen.
    (blauer Indikator nach oben)

6. Küvette entnehmen und abkühlen lassen.

7. Mit Spectro Photometer DR 3900 auswerten.
    (blauer Indikator nach unten)

Verfahrens- und Ausführungsablauf  DOC  Ablauf

Die zu untersuchende mengenproportionale Ablauf Mischprobe filtrieren mit C-freien Membranfilter Ø 50mm, Porengrösse 0.45µm.
Die Temperatur der Abwasserprobe soll 15 - 20°C betragen. Proben ansonsten temperieren.

1. Probe ( 2.0ml ) in die Aufschlussküvette LCK385 (3 - 30mg/l TOC) pipettieren.

2. Offene Aufschlussküvette fünf Minuten im TOC-X5 rütteln.

3. Doppeldeckel mit gasdurchlässiger Membrane nach Vorgabe aufschrauben.

4. Indikatorküvette und Aufschlussküvette miteinander verbinden.

5. Zwei Stunden im Thermostat Heizgerät LT200-2 bei 100°C aufschliessen.
    (blauer Indikator nach oben)

6. Küvette entnehmen und abkühlen lassen.

7. Mit Spectro Photometer DR 3900 auswerten.
    (blauer Indikator nach unten)

TOC / DOC ⇒ Grenzwerte

Grenzwert Konzentration:  Ablauf ARA   < 10mg/l

Grenzwert Wirkungsgrad:  TOC Zulauf / DOC Ablauf ARA   > 85%

Wert darf nie überschritten werden:  Ablauf ARA   > 20mg/l

Verwendung der Analyse-Werte

  • TOC  Konzentration (mg/l)  Zulauf ARA

  • TOC  Fracht (kg)  Zulauf ARA

Verwendung der Analyse-Werte

  • TOC  Konzentration (mg/l)  Ablauf ARA

  • TOC  Fracht (kg)  Ablauf ARA

  • DOC  Konzentration (mg/l)  Ablauf ARA

  • DOC  Fracht (kg)  Ablauf ARA

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TOC Kuevettentest LCK385 und LCK386 TOC Rüttler X5

TOC / DOC Küvettentest
am 25.11.2014

TOC Rüttler X5
am 27.04.2016

Absetzprobe, TS Belebtschlamm
und Schlamm-Volumen-Index (SVI)

Trockenrückstand Schlammbehandlung

Zweck der Analyse

Mit der Belebtschlammprobe werden zwei Analysen durchgeführt. Der dritte Wert wird aus den zwei zuvor bestimmten Analysenwerten berechnet. Diese drei Belebtschlamm Parameter bilden die Grundlage, um die Belebtschlammanlage überwachen und steuern zu können.

Bei der Absetzprobe wird das Schlammvolumen (SV) gemessen. Das heisst es wird ermittelt welches Volumen der abgesetzte Belebtschlamm, im Imhoff-Trichter nach 30 Minuten, einnimmt. Das Schlamm Volumen (SV) wird nach 30 Minuten an der Skala ml/l am Imhoff-Trichter abgelesen und festgehalten.

Bei der Bestimmung des Belebtschlamms aus der biologischen Reinigungsstufe wird der Anteil der wasserlöslichen Inhaltsstoffe nicht berücksichtigt. Der Grund dafür ist die gelösten Stoffe im Wasser passieren durch das Filterpapier.

Diese Bestimmung ist die Trockensubstanz.

Die Trocken Substanz  (TS)  des Belebtschlammes in g/l Beckeninhalt gibt die Konzentration der biologisch wirksamen Biomasse an.

Trockensubstanz  (in %)  +  Wassergehalt  (in %)  =  100 %

Der Schlamm Volumen Index  (SVI)  ist das Mass für die Absetzbarkeit des Belebtschlamms.

Der SVI gibt an, welches Volumen 1g Schlamm bezogen auf die Trockensubstanz nach 30 Minuten Absetzdauer pro Liter Belebtschlamm einnimmt.

Zur Berechnung des SVI wird das Schlammvolumen durch die Schlamm-Trockensubstanz dividiert.

Je geringer der Wert für SVI ist, um so besser ist die Absetzbarkeit des Belebtschlamms.
Im Normalfall liegen die SVI Werte bei kommunalem Abwasser zwischen 90 und 120 ml/g. Bei Werten über 150 ml/g Schlammvolumenindex kann es zu Problemen in den Nachklärbecken kommen.

Geräte die benötigt werden

  1. Abwasserprobenschöpfer 1.5 Liter

  2. Imhoff-Trichter Inhalt: 1 Liter

  3. Absaugnutsche mit Filterpapier Ø = 120mm

  4. Messzylinder 100ml

  5. Trocknungsofen 120°C

  6. Exsikkator für die getrockneten Filterpapiere

  7. Präzision Analysenwaage: 0.0001 g

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Mit dem Probenschöpfer aus dem belüfteten Belebtschlammbecken die Imhoff-Trichter bis zur 1 Liter Markierung befüllen. Jetzt für 30 Minuten ruhig stehen lassen.

Bei der Absetzprobe wird das Schlammvolumen (SV) gemessen. Das heisst es wird ermittelt welches Volumen der abgesetzte Belebtschlamm, im Imhoff-Trichter nach 30 Minuten, einnimmt. Das Schlammvolumen (SV) wird nach 30 Minuten an der Skala ml/l am Imhoff-Trichter abgelesen und festgehalten.

Jetzt erfolgt die Bestimmung der Trockensubstanz (TS).
Hierfür werden die getrockneten Filterpapiere Ø = 120mm (FP) mit der Präzision Analysenwaage: auf 0.0001g gewogen und notiert.

Danach wird die abgesetzte Belebtschlammprobe aus dem Imhoff-Trichter in einer Probenflasche gut durchmischt und sofort in den Messzylinder 100ml gefüllt. Diese 100ml Belebtschlamm werden nun durch die Absaugnutsche mit Filterpapier Ø = 120mm filtriert.

Jetzt werden die mit Belebtschlamm belegten Filterpapiere, für 2 Stunden in den mit 120°C beheizten Trocknungsofen zum trocknen gelegt.
Zum abkühlen werden die getrockneten Belebtschlammproben mit Filterpapier (MTS) in den Exsikkator gelegt und anschliessend mit der Präzision Analysenwaage: auf 0.0001g gewogen und notiert.

Jetzt kann mit den beiden notierten Gewichten die Trockensubstanz errechnet werden.

Auswertung der Analyse  Trockensubstanz

TS in g/l = MTS - FP x 10

Auswertung der Analyse  Schlamm Volumen Index (SVI)

SVI in ml/g = SV / TS

Begriffe:

TS = Trockensubstanz
MTS = Masse Trocken Substanz auf Filterpapier
FP = Filterpapier trocken
SVI = Schlammvolumen Index
SV = Schlammvolumen nach 30 Minuten

Zweck der Analyse

Die Schlammparameter der Schlammbehandlung (Faulung) bilden die Grundlage, um die Klärschlamm-Faulung zu steuern und die Schlammbehandlungsanlagen überwachen zu können.

Es gibt zwei Bestimmungen die beim Schlamm durchgeführt werden.

Es sind dies der Trockenrückstand und die Trockensubstanz.

Der Unterschied ist beim Trockenrückstand wird der Schlamm in einer Schale solange auf 125 °C erhitzt bis alles Wasser verdampft ist. In der Schale befindet sich dann der gesammte trockene Rückstand.

Bei der Trockensubstanz wird der Schlamm mit einer Vaccuumpumpe durch ein, vorher getrocknetes, gewogene Papierfilter, vom Wasser getrennt. Danach wird das Filterpapier mit dem darauf angesammelten Schlamm solange auf 125 °C erhitzt bis das restliche Wasser verdampft ist. Durch den Filter ist nicht nur reines Wasser sondern auch gelösten Stoffe z. B. Salz gelangt. Auf dem getrockneten Filterpapier befindet sich jetzt nicht mehr der gesammte trockene Rückstand, sondern die Trockensubstanz.

Die Analyse Bestimmung Trockenrückstand wird vor allem beim Frisch- und Faulschlamm durchgeführt.

Bei dieser Bestimmung wird die Schlammprobe nicht gefiltert und getrocknet, sondern flüssig in einer Porzellan-Schale abgedampft. Somit sind die gelösten Inhaltstoffe, vor allem Salze, in der getrockneten Schlammprobe immer noch vorhanden.

In der Schlammbehandlung fallen 4 Schlammarten an:

- ÜSS Überschussschlamm eingedickt

- Frischschlamm flüssig (Primärschlamm und eingedickter Überschussschlamm)

- Faulschlamm flüssig aus dem Faulraum

- FAS flüssig aus Zulauf Schlammentwässerung

Bei jeder diesen 4 Schlammarten wird der Trockenrückstand und im Anschluss der Glührückstand ermittelt. Der Trockenrückstand ist der Anteil der Trockenmasse an der gesamten Masse eines Schlammes in Prozenten.

Wassergehalt  (in %)  =  100 %  minus  Trockenrückstand  (in %)

Geräte die benötigt werden

  1. 4 Probenflaschen 2 Liter

  2. 4 Abdampfschalen aus Porzellan (Tigel)

  3. Trocknungsofen 120°C

  4. Tigelzange

  5. Exsikkator für die 4 Abdampfschalen aus Porzellan

  6. Präzision Analysenwaage: 0.0001 g

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Zuerst wird das Gewicht der 4 beschrifteten leeren Porzellan-Abdampfschalen bestimmt und notiert.

Jetzt werden die flüssigen gut durchmischten Schlammproben, zur Bestimmung des Gewichtes der Schlammproben-Menge 20 bis 40 g, in der Porzellanschale gewogen und notiert.

Die Differenz der befüllten Porzellan-Abdampfschale minus der leeren Schale ergibt die flüssige Schlammprobenmenge (E)  (in 0.0000g)  .

Nach einer Trocknungszeit von mindestens 3 bis 4 Stunden im Trockenschrank bei 120°C werden die 4 Porzellanschale mit den eingetrockneten Schlammproben zum Abkühlen im Exsikkator aufbewahrt und nach dem Abkühlen erneut gewogen.

Beim eindampfen der Schlammproben der Schlammbehandlung werden nicht nur die ungelösten Inhaltstoffe, sondern auch die im Schlammwasser gelösten Stoffe, vor allem Salze, mit erfasst.

Gewicht der Schlammprobe trocken (Masse trockener Rückstand) (MTR)  
(in 0.0001g)  =  Gewicht der Schale mit der Schlammprobe trocken  -  Leergewicht der Schale

Der Trockenrückstand (TR) der Schlammproben wird in Prozenten angegeben.

Auswertung der Analyse  Trockenrückstand

TR in %TR = MTR / E x 100

Begriffe:

TR = Trockenrückstand
MTR = Masse Trocken Rückstand in der Schale
E = Einmass

Verwendung der Analyse-Werte

  • TS  Konzentration  (mg/l)  Belebtschlamm

  • TS  Konzentration  (mg/l)  Rücklaufschlamm

  • TS  Konzentration  (mg/l)  Überschussschlamm

  • TS  Fracht  (kg)  Belebtschlamm

  • TS  Fracht  (kg)  Rücklaufschlamm

  • TS  Fracht  (kg)  Überschussschlamm

  • Schlammvolumen  (ml/l)  Belebtschlamm

  • Schlamm-Volumen-Index  (ml/g)  Belebtschlamm

  • Schlammalter  (Tage)  Belebtschlamm

Verwendung der Analyse-Werte

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Frischschlamm

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Überschussschlamm eingedickt

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Primärschlamm

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Faulraum

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Nacheindicker

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Faulschlamm Entwässerung

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Faulschlamm entwässert

  • TR  Konz.  (% TR)  und  Fracht  (t TR)  Zentrat Entwässerung

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Absetzproben Belebschlamm Absaugnutsche mit Filterpapier und Rücklaufschlamm

Absetzproben Biologiebecken 5 + 6  ⇒  Nitrifikation
Imhof Trichter 230 ml pro Liter
am 21.04.2016

belegtes Filterpapier ø 125mm  ⇒  Rücklaufschlamm
Trockensubstanz 5.94 g pro Liter
am 21.04.2016

Glührückstand Schlammbehandlung (anorganischer Anteil)

Glühverlust Schlammbehandlung (organischer Anteil)

Zweck der Analyse

Der Glührückstand (in %) ist der anorganische Teil der Schlammprobe. Die Schlammprobe wird nach der Bestimmung Trockenrückstand bei einer Temperatur von grösser 530 °C so lange geglüht, bis keine Gewichtsabnahme mehr festzustellen ist. Die Differenz der aufgegebenen Gesamtmasse und der Masse des Glühverlustes, bildet den Glührückstand.

Die Bestimmung des Glührückstand ist oft der erste Schritt der Probevorbereitung für die Analyse organischer Substanzen. Als Beispiel für die Ermittlung der Schwermetallgehalte im Klärschlamm.

Geräte die benötigt werden

  1. 4 Schlammproben von der Analyse Trockenrückstand

  2. Tigelzange

  3. Glühofen 600°C

  4. Exsikkator für die 4 Tigel aus Porzellan

  5. Präzision Analysenwaage: 0.0001 g

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Auswertung der Analyse

Der Glührückstand (in %) ist der anorganische Teil der Schlammprobe. Ein hoher Glührückstand deutet auf hohe Anteile mineralischer Stoffe in der Schlammprobe hin.

Zweck der Analyse

Der Glühverlust (in %) ist der organische Anteil der Schlammprobe. Um ihn zu bestimmen, wird die Schlammprobe bei einer Temperatur von über 530 °C in einem Glühofen so lange geglüht, bis keine Gewichtsabnahme mehr festzustellen ist. Abkühlen lässt man die Proben im Exsikkator.

Die Differenz zwischen der aufgegebenen Gesamtmasse und dem Glührückstand bildet den Glühverlust. Ein hoher Glühverlust deutet auf einen hohen Anteil an organischem Material in der Schlammprobe hin.

Geräte die benötigt werden

  1. Berechnung aus Resultat Glührückstand

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Auswertung der Analyse

Der Glühverlust (in %) ist der organische Anteil der Schlammprobe. Ein tiefer Wert zeigt an dass der organische Anteil im Klärschlamm gut abgebaut wird. Er zeigt wie effizient die Schlammfaulung abläuft.

Verwendung der Analyse-Werte

  • GR  Konzentration  (% GR)  Frischschlamm

  • GR  Konzentration  (% GR)  Überschussschlamm Austrag Eindickung

  • GR  Konzentration  (% GR)  Primärschlamm

  • GR  Konzentration  (% GR)  Faulraum

  • GR  Konzentration  (% GR)  Faulschlamm Zulauf Entwässerung

Verwendung der Analyse-Werte

  • GV  Konzentration  (% GV)  Frischschlamm

  • GV  Konzentration  (% GV)  Überschussschlamm Austrag Eindickung

  • GV  Konzentration  (% GV)  Primärschlamm

  • GV  Konzentration  (% GV)  Faulraum

  • GV  Konzentration  (% GV)  Faulschlamm Zulauf Entwässerung

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Schlammproben im Trocknungsofen Halogentrockner mit Waage

Schlammproben im Trocknungsofen
Betriebstemperatur: 120 - 125°C
am 26.04.2016

Halogentrockner mit Präzsisionswaage
Betriebstemperatur: 120 - 125°C
am 21.04.2016

pH-Werte Abwasserstrasse + Schlammbehandlung

Gesamt Stickstoff Laton TNb

Zweck der Analyse

Bereich Abwasserstrasse

In die Kanalisation eingeleitetes Abwasser, muss bestimmte pH-Wert Grenzwerte einhalten. Viele Mikroorganismen tolerieren Lebensbedingungen nur in engen pH-Wertgrenzen.
Die biologische Abwasserreinigung mit dem Belebtschlammverfahren werden im Bereich pH 6-8 betrieben. Ausserhalb dieses Toleranzbereichs werden die meisten Mikroorganismen geschädigt und sind nicht aktiv.
Daher wird vor dem Zulauf zur biologischen Stufe eine pH-Wert-Onlinemessung eingesetzt. Da viele Abbauprozesse selbst eine Wirkung auf den pH-Wert haben, ist eine Stichprobenmessung sinnvoll. Für Abbauprozesse wie Nitrifikation ist der optimalen pH-Wert-Bereich bei neutralen pH-Wert 7.0. Für den guten Betriebsablauf werden nur geringe Abweichungen toleriert.
Bei der Nitrifikation entstehen Säuren. Der pH-Wert ist das Mass für die Wasserstoff-Ionenkonzentration und gibt die Stärke einer Säure oder Lauge an.

Bereich Schlammbehandlung

Schlamm der zur Schlammbehandlung eingeleitet wird, muss pH-Werte zwischen 6.5 und 7.5 einhalten. Die anaerobe Schlammfaulung muss im Bereich pH 6-8 erfolgen.
Ausserhalb dieses Toleranzbereichs werden viele Mikroorganismen geschädigt und sind nicht mehr aktiv. Viele Abbauprozesse haben selbst eine Wirkung auf den pH-Wert. Daher sind Stichprobenmessung sinnvoll.
Bei der Schlammfaulung entstehen organische Säuren. Der pH-Wert ist das Mass für die Wasserstoff-Ionenkonzentration und gibt die Stärke einer Säure oder Lauge an.

Geräte die benötigt werden

  1. Indikator pH-Papierstreifen

  2. Elektrisches pH-Messgerät

  3. Pufferlösungen: pH-4;  pH-7  und  pH-10   für die Eichung

  4. Elektrolytlösung für die Aufbewahrung

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Stichproben-Messungen im Bereich Abwasserstrasse

Der pH-Wert im Rohabwasser oder Belebtschlamm kann auf einfache Weise mit pH-Papier mit beschränkter Genauigkeit bestimmt werden. Die Bestimmung beruht auf Farbreaktionen.
Für die genaue pH-Wert Bestimmung werden elektrische Messgeräte verwendet.
Die Messeinrichtung zur elektrischen Messung des pH-Wertes in wässrigen Lösungen besteht aus der pH-Messsonde und dem pH-Messverstärker mit eingebauter Anzeige. Die pH-Messsonde besteht aus einer Einstabmesskette. Die Einstabmesskette ist eine pH-Elektrode, bei der die Glaselektrode und die Bezugselektrode zu einer Einheit verschmolzen sind.

Bei Verwendung von elektrischen pH-Messgeräten muss regelmässig die gesamte Messeinrichtung auf ihre Messgenauigkeit überprüft werden. Für die tägliche Stichprobenmessung im Belebtschlamm Messelektrode aus dem Aufbewahrungsgefäss entfernen und mit Leitungswasser abspülen.
Messgerät einschalten.
Messelektrode in die zu messenden Rohabwasser- oder Belebtschlamm-Proben eintauchen. Am pH-Messgerät Funktionstaste "Messen" betätigen.
Warten bis die Messung abgeschlossen ist. Danach kann der angezeigte Wert ins Protokoll eingetragen werden.
Für die Überwachung des pH-Wertes im Rohabwasser ist eine Onlinemessung im Einsatz.

Stichproben-Messungen im Bereich Schlammbehandlung

Für die wöchentliche Stichproben Messung im Faulschlamm Messelektrode aus dem Aufbewahrungsgefäss entfernen und mit Leitungswasser abspülen.
Messgerät einschalten.
Messelektrode in den zu messenden Schlamm eintauchen. Am pH-Messgerät Funktionstaste "Messen" betätigen.
Warten bis die Messung abgeschlossen ist. Danach kann der angezeigte Wert ins Protokoll eingetragen werden.

Zweck der Analyse

Der Stickstoff kommt im Abwasser in verschiedenen Verbindungen vor. Entsprechend unterschiedlich sind die Eigenschaften dieser Stickstoffverbindungen. Bei Einleitung in ein Gewässer können sie sauerstoffzehrend oder fischgiftig sein oder als Nährstoffe wirken. Es ist deshalb wichtig, wie sich die Stickstoffverbindungen im kommunalen Abwasser zusammensetzen. Wie sie sich bei den jeweiligen Verfahrensschritten der Abwasserreinigung verändern.

Der Stickstoff (N) im kommunalen Abwasser kommt grösstenteils aus den menschlichen Ausscheidungen. Hierbei geht es im Wesentlichen um den Stickstoff im Harnstoff des Urins. Ein Mensch scheidet täglich rund 11 g N aus. Im kommunalen Rohabwasser liegt der TKN (Kjeldahl-Stickstoff), das heisst die Summe aus organischem Stickstoff (org. N) und Ammonium-Stickstoff (NH4-N), zwischen 60 und 80 mg/l. Der Anteil an org. N ist dabei wesentlich niedriger als der Anteil an NH4-N.

Geräte die benötigt werden

  1. Homogenisierungsgerät für die Abwasserproben

  2. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK338  Laton Gesamt-Stickstoff Küvetten-Test  (20-100 mg/L TNb)

  3. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK238  Laton Gesamt-Stickstoff Küvetten-Test  (5-40 mg/L TNb)

  4. Micropipette (100 - 1'000µl) und Micropipette (1 - 10ml)

  5. Micropipette (0.5 - 5.0ml)

  6. Thermostat Heizgerät LT200-2 programmierbar mit 2 Heizblöcken

  7. Zeituhr (Timer 10 Minuten)

  8. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Ausführungsablauf LCK 338 Zulauf / LCK 238 Ablauf

Schritt 1

nacheinander schnell in ein trockenes Reaktionsglas dosieren  ⇒  
Zulauf:  0.2 ml Probe
Ablauf:  0.5 ml Probe

Schritt 2

in die Probe im Reaktionsglas  ⇒  
Zulauf:  2.3 ml Reagenzie Lösung A (LCK338) dosieren
Ablauf:  2.0 ml Reagenzie Lösung A (LCK238) dosieren

Schritt 3

danach  ⇒  
Zulauf:  1 Tablette Reagenzie B (LCK338)
Ablauf:  1 Tablette Reagenzie B (LCK238)
sofort verschliessen
nicht schwenken und sofort

Schritt 4

im Thermostat Heizgerät LT200-2 programmiert 30 min bei 120°C
starten

Schritt 5

aufgeschlossene Proben auf 18 - 20°C abkühlen lassen und danach 2 - 3 mal schwenken

Schritt 6

in bereitgestellte Küvetten-Test  ⇒  
Zulauf: LCK338  0.5 ml aufgeschlossene Probe langsam pipettieren
Ablauf: LCK238  0.5 ml aufgeschlossene Probe langsam pipettieren

Schritt 7

danach  ⇒  
Zulauf:  0.2 ml Reagenzie Lösung D (LCK338)
Ablauf:  0.2 ml Reagenzie Lösung D (LCK238)
langsam pipettieren
Küvetten sofort verschliessen

Schritt 8

2 - 3 mal schwenken

Schritt 9

Zeituhr (Timer 15 Minuten) starten

Schritt 10

nach 15 min Küvette aussen gut säubern
Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest auswerten

Verwendung der Analyse-Werte

  • pH-Wert  Rohabwasser nach der Rechenanlage

  • pH-Wert  Belebtschlamm im Nitrifikationsbecken

  • pH-Wert  Austrag Überschussschlamm Entwässerung

  • pH-Wert  Frischschlamm

  • pH-Wert  Schlamm im Faulraum

  • pH-Wert  Schlamm im Nacheindicker

Verwendung der Analyse-Werte

  • Gesamt Stickstoff Rohabwasser

  • Gesamt Stickstoff gereinigten Abwasser

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Schlammproben im Glühofen Analysenwaage

Schlammproben im Glühofenofen
Betriebstemperatur: 530 - 580°C
am 26.04.2016

Analysenwaage
Präzisionswaage Genauigkeit 1/10'000g
am 26.04.2016

Organische Säure Faulraum CH3COOH

Sichttiefe oder Durchsichtigkeit des gereinigten Abwassers

Zweck der Analyse

Kontrolle der Schlammfaulung: Die Schlammfaulung ist ein komplexer und empfindlicher Prozess. Dieser Verlauf ist am leichtesten über den pH-Wert des Faulschlammes, dessen Konzentration an organischen Säuren sowie dem Aussehen und Geruch zu kontrollieren.

Geräte die benötigt werden

  1. Probenflasche 1.5 Liter

  2. Küvetten-Test mit Reagenzien: LCK 365 (50 - 2'500mg/l CH3COOH

  3. Thermostat Heizgerät LT200-2 programmierbar mit 2 Heizblöcken

  4. Zentrifuge für trübe Schlammproben

  5. Micropipette (100 - 1'000µl) und Micropipette (0.5 - 5ml)

  6. Zeituhr (Timer 3 Minuten)

  7. Spectro Photometer DR 3900 für Küvettentest

Verfahrens- und Ausführungsablauf

Schlammprobe dem Faulaum mit Probenflasche 1.5 Liter bei der Umwälzpumpe entnehmen.

Der gesunde Faulschlamm ist schwarz, feinstrukturiert und von leicht erdig-teerigem Geruch. Er weist einen pH-Wert von zirka 7.1 bis 7.4 auf.

Schlammprobe gut schütteln und innerhalb 10 Minuten in 2 Röhrchen der Laborzentrifuge füllen. Achtung immer zwei gegenüberliegende Röhrchen benutzen! Sonst gibt es eine Unwucht.

Zentrifugen Parameter einstellen: 4'000 Umdrehungen und 10 Minuten danach die Zentrifuge starten. Achtung die Faulschlammprobe ist, bevor sie zentrifugiert wird, immer noch aktiv. Nach 15 Minuten ist die Probe nicht mehr repräsentativ und muss durch eine neue ersetzt werden.

Die Probenküvette LCK 365 im Thermostat Heizgerät LT200-2 10 in Minuten auf 100°C vorheizen. Danach Reagenzie A: 400µl und zentrigugierter Probe: 400µl mit der Micropipette befüllen. Küvette verschliessen danach 1 bis 2 mal schwenken und unverzüglich im Thermostat Heizgerät LT200-2 10 für Minuten bei 100°C heizen.

Küvette aus Thermostat Heizgerät LT200-2 entnehmen und auf 18 - 20°C abkühlen lassen.

Abgekühlte Küvette mit Reagenzie B: 400µl mit der Micropipette befüllen. Küvette verschliessen danach 1 bis 2 mal schwenken.

Küvette mit Reagenzie C: 400µl mit der Micropipette befüllen. Küvette verschliessen danach 1 bis 2 mal schwenken.

Küvette mit Reagenzie D: 2ml mit der Micropipette befüllen. Küvette verschliessen danach 1 bis 2 mal schwenken. Reaktionszeit: 3 Minuten abwarten.

Danach Küvetten gut reinigen und mit Spectro Photometer auswerten.

Auswertung der Analyse

Sein Gehalt an flüchtigen organischen Säuren (als Essigsäure berechnet)
liegt bei weniger als 500mg/l.

Zweck der Analyse

In einem Nachklärbecken wird der belebte Schlamm vom gereinigten Abwasser getrennt. Der Belebschlamm wird als Rücklaufschlamm wieder in das Belebungsbecken zurückgeführt. Die Trennleistung des Nachklärbeckens bestimmt den Umfang, in dem der Belebtschlammgehalt in Biologiebecken verändert werden kann. Der Belebtschlamm befindet sich also in einem ständigen Kreislauf zwischen Biologiebecken und Nachklärbecken im Verfahren. Auf diese Weise bilden Biologiebecken und Nachklärbecken verfahrenstechnisch gesehen eine Einheit. Die Reinigungsleistung des einen hängt von der Trennleistung des anderen ab.

Die Sichttiefe ist ein Mass für die Trübung des Wassers. Die Trübung wird durch ungelöste Stoffe verursacht. Die Messung der Sichttiefe wird an Ort und Stelle des zu untersuchenden Wassers mit der Sichtscheibe (Secchischeibe) oder im Labor mit dem Durchsichtigkeitszylinder (Snellen) gemessen.

Geräte die benötigt werden

  1. Secchi Scheibe

  2. Durchsichtigkeitszylinder

Verfahrens- und Ausführungsablauf mit der  ⇒  Secchi Scheibe

Zur Messung der Sichttiefe, des gereinigten Abwassers, im Nachklärbecken verwendet man die Secchischeibe. Darunter versteht man eine weisse Scheibe aus Blech oder Kunststoff von 20 - 30 cm Durchmesser, auf die ein schwarzes Kreuz (Strichbreite 3 - 6 cm Balken) angebracht ist. Diese Scheibe wird an einem Seil befestigt, auf dem eine 10cm Einteilung angebracht wird. Für die Messung wird die Scheibe langsam ins Nachklärbecken getaucht. In dem Augenblick, in dem das Kreuz gerade noch zu erkennen ist, wird die Eintauchtiefe abgelesen und aufgeschrieben.

Verfahrens- und Ausführungsablauf  ⇒  mit dem Durchsichtigkeitszylinder

Für die Messung der Durchsichtigkeit, des gereinigten Abwassers, im Nachklärbecken verwendet man den Durchsichtigkeitszylinder. Der Durchsichtigkeitszylinder ist ein Zylinder aus Glas mit eng anliegender Abdeckhülse, die seitlich einfallendes Licht abschirmen soll. Unten am Zylinder ist ein Ablasshahn angebracht. Die gut durchmischte Sammelprobe, des gereinigten Abwasser aus den Nachklärbecken, wird in diesen Zylinder eingefüllt. Nach kurzer Beruhigungszeit, wenn keine Luftbläschen mehr aufsteigen, wird der Wasserspiegel langsam so weit abgesenkt, bis die unter dem Zylinder angeordnete Schriftprobe gelesen werden kann. Das Niveau der verbleibenden Wassersäule wird an der Markierungen des Zylinders abgelesen und als Sichttiefe in cm abgelesen. Die verwendete Schriftprobe: schwarze Schrift auf weissem Untergrund und einer Schrifthöhe von 3.5mm und 0.35mm Lienenbreite.

Verwendung der Analyse-Werte

  • Organische Säure  Faulraum

Verwendung der Analyse-Werte

  • Trennleistung  in der Nachklärung

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Küvettentest LCK365 Anleitung Gesamt Stickstoff LCK138 Küvettentest

Organische Säure LCK365 Küvettentest
am 25.11.2014

Küvettentest LCK138 Gesamt Stickstoff
am 01.10.2018

Allgemeines und Biologie

  • Wetter  Code: Trocken / Regen / Schneefall / Schneeschmelze

  • AV  Absetzvolumen  (ml/l)  Belebtschlammbecken

  • SVI  Schlammvolumenindex  (ml/g)  Belebtschlammbecken

  • Aufenthaltszeit  (h)  in der Biologie

  • TR  Trockenrückstand  (% TR)Belebtschlammbecken Nitrifikation

  • Sichttiefe  (cm)  in allen Nachklärbecken

  • Oberflächenbelastung  (m/h)  in der Nachklärung

  • Aufenthaltszeit  (h)  in der Nachklärung

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Labor Zentrifuge, Thermostat und Photometer Mikroskop Untersuchung Mikroorganismen im Belebtschlamm

Labor Zentrifuge, Thermostat und Photometer
am 27.04.2016

Mikroskop für Untersuchungen
Mikroorganismen im Belebtschlamm
am 21.04.2016

Die Untersuchungen mit dem Mikroskop

Das Mikroskopische Bild

Das Mikroskopische Bild wird in der Schweiz seit Jahren auf allen grösseren Abwasserreinigungsanlagen im Rahmen der Eigenkontrolle regelmässig angeschaut. Diese bildliche Darstellung unterstützt und ergänzt die zahlreichen biologischen, chemischen und physikalischen Analysen, die wir in unserem Labor feststellen.

All diese Messungen und Analysen ergeben einen indirekten Einblick in die Lebenswelt der Mikroorganismen.

Mikroorganismen sind auf unserer Erde allgegenwärtig. Sie bilden Lebensgemeinschaften in der Luft, im Wasser und im Abwasser mit der Fähigkeit organische und anorganische Verbindungen abzubauen oder umzubauen. Damit sind die Mikroorganismen ein wesentlicher Teil der natürlichen Selbstreinigungsprozesse welche wir bei der Abwasserreinigung zu Hilfe nehmen.

Herkunft der Mikroorganismen

Die meisten Mikroorganismen, die einer Abwasserreinigungsanlage zufliessen, sind Bakterien. In das kommunale Abwasser gelangen sie hauptsächlich durch die menschlichen Ausscheidungen (Kot und Urin) und abgelöste Teile des Bewuchses (Sielhaut), der sich an den Abwasser-Kanälwänden bildet.

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Mikroskop Wimpertierchen Mikroskop Glockentierchen

Mikroskop Untersuchung Belebtschlamm
einzelnes Wimpertierchen
am 03.01.2004

Mikroskop Untersuchung Belebtschlamm
eine Kolonie Glockentierchen
am 12.01.2003

Reinigungsverfahren mit Mikroorganismen

In biologischen Abwasserreinigungsanlagen werden die natürlichen Selbstreinigungsprozesse der Gewässer für die Abwasserreinigung nachvollzogen. Mit Hilfe von technischen Massnahmen werden den Mikroorganismen optimale Lebensbedingungen auf engstem Raum bereitgestellt.

Dies sind insbesondere genügend (mindestens 2.5mg/Liter) Luft-Sauerstoff. Nach einer gewissen "Einarbeitungszeit" bilden sich in den Biologiebecken Schlammflocken oder Beläge (Biofilme) Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen.

Die Mikroorganismen verarbeiten die energiereichen und hochmolekularen Abwasserinhaltsstoffe in energiearme Zwischenprodukte (Kohlendioxid (CO2) ) und Endprodukte (Wasser (H2O) ) um.

Die durch den Sauerstoff gewonnene Energie nutzen die Mikroorganismen für ihren Stoffwechsel und ihre starke Vermehrung aus. In den sich bildenden Schlammflocken oder Biofilmen reichern sich gelöste und ungelöste Stoffe an. Diese Nährstoffe beziehungsweise schwer abbaubaren organische Stoffe werden mit dem Übeschussschlamm aus dem Abwasser entfernt.

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Seite erstellt:  15.05.2013

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letztes Update:  16.10.2018

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