Faulschlamm Verwertung 1988 - 2003


Faulschlamm Verwertung ab 2003 Faulschlamm Verwertung 1973 - 1988

Verwertung Klärschlamm 1988 - 2003

In der ARA Untermarch endet die Behandlung des Klärschlammes nach zwei Stufen.
Nach der Faulung und der Stabilisierung in unserer Schlammbehandlung erreicht der ausgefaulte Klärschlamm nach 20 - 25 Tagen einen Trockenrückstand von 2 bis 4%TR.

Ab dem Betriebsjahr 1988 konnte nicht mehr die ganze Klärschlamm-Menge flüssig, von den Landwirtschaft in der Region Untermarch, als Dünger auf den Wiesen verwertet werden.

Neue Anforderungen der Klärschlamm-Verwertung 1985 - 2006

Der Gesetzgeber hat für die Verwertung des Klärschlammes in der Landwirtschaft die Hygienisierung des Klärschlammes vorgeschrieben.
In den Wintermonaten bei kalten Böden ist das ausbringen von flüssigem Klärschlamm verboten. Einzig im Ackerbau durfte hygienisierter, entwässerter Klärschlamm als Bodenverbesserer verwertet werden.

Auszug aus der Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998

Art. 18 Klärschlamm-Entsorgungsplan

Die Kantone erstellen einen Klärschlamm-Verwertungsplan und passen ihn in den fachlich gebotenen Zeitabständen den neuen Erfordernissen an.

Art. 20 Untersuchung und Meldepflichten

Die Inhaber von zentralen Abwasserreinigungsanlagen müssen dafür sorgen, dass die Qualität des Klärschlammes in den fachlich gebotenen Zeitabständen untersucht wird.

Art. 21 Abgabe

Die Inhaber von zentralen Abwasserreinigungsanlagen müssen über die Abnehmer von Klärschlamm, die abgegebene Menge, die angegebene Verwertung und den Zeitpunkt der Abgabe Buch führen, diese Angaben während mindestens zehn Jahren aufbewahren und der Behörde auf Verlangen zur Verfügung stellen.

Geben sie Klärschlamm als Dünger ab, so gilt Anhang 4.5 StoV. Muss der Klärschlamm hygienisiert sein, müssen sie dafür sorgen, dass der Klärschlamm während des ganzen Jahres hygienisiert wird.

Geben sie Klärschlamm ab, der nach der Verordnung vom 12. November 1986 über den Verkehr mit Sonderabfällen (VVS) Sonderabfall ist, gilt die VVS.

Bau und Betrieb der Frischschlamm Hygienisierungsanlage 1985 - 2003

Für die Erfüllung der Gewässerschutzverordnung musste die ARA Untermarch geeignete Massnahmen treffen:

Die Frischschlamm Hygienisierungsanlage wurde 1985 gebaut und in Betrieb gesetzt.

Jetzt waren wir soweit ausgerüstet dass der hygienisierte Klärschlamm, vom Frühjahr bis Ende Herbst in flüssiger Form, zur Verwertung in der Landwirtschaft zugelassen war.

Durch eine weitere Vernehmlassung des Bundesrates wurde die Verwertung von Klärschlamm in flüssiger Form, ab dem 1. Mai 2003 in der Landwirtschaft, verboten.

Im Juni 2003 konnten wir aufgrund dieser Vernehmlassung die Schlammhygienisierung nach 18 Betriebsjahren ausser Betrieb setzten.

Um den Klärschlamm auch in der kalten Jahreszeit verwertet werden konnte musste der flüssige Klärschlamm entwässert werden.

Faulschlamm Entwässerung Betriebsjahre 1987 - 1997

Eine Siebbandpresse, der Firma Von Roll AG Bern, wird zur Entwässerung des anfallenden Klärschlammes in den Wintermonaten ab dem Betriebsjahr 1987 eingesetzt. In der Siebbandpresse wird mit mechanischem Pressen der Wassergehalt des Faulschlammes mit Hilfe der Technik beschleunigt.

Dem Klärschlammzulauf muss Flockungshilfsmittel (Katjonisches Polymere) zudosiert werden, um eine ausreichende Abscheidung (ABS 95 - 98%) zu erzielen. Vom Auswurfbehälter wird der entwässerte Schlamm mit einer Trogförderschnecke zu den 4 Transportmulden gefördert.

Effiziente Faulschlamm Entwässerung ab Betriebsjahr 1997

In unserer umgebauten Faulschlamm Entwässerung wird flüssige Klärschlamm in der Zentrifuge weiter entwässert und weist einen Trockenrückstand von bis 32%TR auf.

Ab dem Betriebsjahr 2001, Baujahr des Nacheindicker 2 (Stapelbehälter 500m3), kann unser Faulschlamm im neuen Stapelvolumen voreingedickt werden. Im zusätzlichen Stapelbehälter kann der Faulschlamm ruhiggestellt werden und ohne Zugabe von Flockungshilfsmittel weiter auf 6 bis 8 %TR statisch eingedickt werden.

Für die Organisation der externen Verwertung des entwässerten Klärschlammes finden wir in der Firma AVB AG Verwertung von Biomasse   CH-8280 Kreuzlingen einen kompetenten Partner. Der Klärschlamm muss für diese Verwertung so weit als möglich entwässert sein.

In den Folgejahren wurde unser entwässerte Klärschlamm, während einiger Jahre, im Ackerbau als Bodenverbesserer verwertet.

Kennzahlen zu Faulschlamm organischr Abbau und Verwertung 1991 - 2003

Jahr

Frischschlamm
Fracht

Frischschlamm
organischer Anteil
GV=Glühverlust

Verwertung entwässert
Dünger in Ackerbau

Verwertung flüssig und
hygienisiert auf Wiesen

Verwertung
Total

Klärschlamm
anorganischer Anteil
GR=Glührückstand

Abbauleistung
Organik

1991

749 tTR

67.9 %GV

107 tTR

347 tTR

454 tTR

55.4 %GR

290 t org. TR

1994

699 tTR

68.7 %GV

204 tTR

257 tTR

461 tTR

51.7 %GR

260 t org. TR

1997

793 tTR

73.8 %GV

227 tTR

217 tTR

444 tTR

49.5 %GR

368 t org. TR

1999

685 tTR

70.7 %GV

191 tTR

123 tTR

314 tTR

54.9 %GR

295 t org. TR

2002

769 tTR

72.7 %GV

252 tTR

79 tTR

331 tTR

51.6 %GR

351 t org. TR

2003

824 tTR

73.2 %GV

365 tTR

28 tTR

393 tTR

49.9 %GR

370 t org. TR

Klärschlamm Verwertung Landwirtschaft entwässert

Klärschlamm Verwertung
Landwirtschaft entwässert
am 18.05.1993

Klärschlamm als Düngemittel wird verboten!

Bern, 26.03.2003 - Klärschlamm darf nicht mehr als Dünger verwendet werden; er muss künftig umweltverträglich verbrannt werden. Der Bundesrat hat die Stoffverordnung per 1. Mai 2003 entsprechend geändert. Das Verbot wird stufenweise eingeführt:
Im Futter- und Gemüsebau darf Klärschlamm schon ab Mai 2003 nicht mehr verwendet werden. Für die übrigen düngbaren Flächen gilt eine Übergangsfrist bis spätestens 2006. Diese ist im Einzelfall von den Kantonen verlängerbar bis 2008. Mit seinem Entscheid setzt der Bundesrat das Vorsorgeprinzip beim Boden- und Gesundheitsschutz um.

Klärschlamm enthält zwar Pflanzennährstoffe wie Phosphor und Stickstoff, aber auch eine ganze Palette von Schadstoffen und Krankheitserreger aus Industrie, Gewerbe und Privathaushalten. Die Landwirtschaft lehnt deshalb heute die Verwendung von Klärschlamm als Dünger weitgehend ab. Sie befürchtet irreversible Bodenschäden, Risiken für die Gesundheit und eine Beeinträchtigung der Qualität der Lebensmittel.
Deshalb verbietet der Bundesrat nun das Düngen mit Klärschlamm auch wenn damit ein an sich sinnvoller Nährstoffkreislauf unterbrochen wird. Doch das Vorsorgeprinzip eine zentrale Säule des Gesundheit- und Umweltrechts verlangt:
Einwirkungen auf die Umwelt, die schädlich oder lästig werden könnten, müssen frühzeitig begrenzt werden, selbst wenn der letzte wissenschaftliche Nachweis einer Schädlichkeit nicht erbracht werden kann.

Ab Betriebsjahr 2003 wird unser Klärschlamm in der Landi Aachtal getrocknet und als Granulat der Zementindustrie zugeführt.

Wegen des grossen Wasseranteils meist > 70% bis 75% muss bei der Verbrennung oder bei der vorgängigen Trocknung zusätzlich eine grosse Energiemengen aufgewendet werden. Alle anorganischen Reststoffe werden im Zement eingebettet. Es entstehen keine Abfälle, die entsorgt werden müssen.

Klärschlamm muss gemäss Stoffverordnung verbrannt werden!

Klärschlamm darf ab dem 1. Oktober 2006 nicht mehr als Dünger verwendet werden. Er muss künftig umweltverträglich entsorgt werden. Der Bundesrat hat die Stoffverordnung per 1. Mai 2003 entsprechend geändert.

Seither verbrennen Kehricht- und Schlamm-Verbrennungsanlagen (KVA resp. SVA) sowie die Zementindustrie, den gesamten anfallenden Klärschlamm. Eine weitere Möglichkeit bieten Schlammtrocknungsanlagen.

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Seite erstellt:  15.02.2017

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letztes Update:  18.11.2017

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