Sandentnahme und Sandwaschanlage


Sandentnahme 1973 - 2009 Sandfang- und Fettfangbecken

Die Sandentnahme

Das vom Sandfangräumer in die Sandfangtrichter geräumte Sand- Wasser- Organik-Gemisch wird durch die Mammutpumpe (Druckluftheber) entnommen und in die Sandwaschanlage gepumpt, um aus dem Sandfangut Sand auszuwaschen. Die abgesonderten organischen Bestandteile werden in der Organikleitung am Sandfangbecken vorbei zum Einlaufkanal des Vorklärbecken geleitet. Diese organischen Bestandteile setzen sich im Vorklärbecken ab und werden zusammen mit dem Primär- und Sekundärschlamm der Schlammbehandlung zugeführt. Die Sandwaschanlage ist im Rechengebäude aufgestellt. Der ausgewaschene Sand wird mindestens soweit gereinigt, dass dieser als Bauschutt gilt und in einer normalen Deponie wieder verwendet werden kann.

Die Mammutpumpe

Ist eine Einrichtung zur vertikalen Förderung flüssiger, Schlammhaltiger und Sandhaltiger Flüssigkeiten. Fördereinrichtung bei der über ein Rohr Luft mit hohem Druck in das Steigrohr eingeblasen wird, welche beim Aufstieg den Sand oder Schlamm mit dem Wasser mitreisst.

Funktionsweise

Die vom Schraubenkompressor erzeugte Druckluft wird einem Mischer am unteren Ende des vertikalen Pumpenrohres (Mammutpumpe) zugeführt. Dadurch entsteht gegenüber der Förderflüssigkeit ein spezifisch leichteres Luft- Flüssigkeits- Gemisch. Durch den statisch höheren Druck der äusseren Flüssigkeitssäule steigt das leichtere Luft- Flüssigkeits- Gemisch im Mammutpumpenrohr zusammen mit der Luft von selbst nach oben. Es können sogar Feststoffanteile mit einer Grösse der Hälfte des Rohrdurchmessers in der Flüssigkeit transportiert werden.

Sandfang Querschnitt Mammutpumpe Prinzip Animation

Quersschnitt durch unser Sandfangbecken

Funktionsweise der Mammutpumpe Sandentnahme
Quelle der Animation: www.hydro-kosmos.de

Die Sandwaschanlage

Mit der Sandwaschanlage ist die Sandklassierung und Sandauswaschung in einer Anlage zusammengefasst. Durch Ausnutzen des Coanda-Effektes kann das Verfahren der Klassierung mit dem Verfahren der Sortierung kombiniert werden, so dass eine gleichbleibend hohe Abscheideleistung bei gleichzeitig optimaler Reinigungsleistung gewährleistet werden kann. Die Beschickung der Sandwaschanlage erfolgt durch die Mammutpumpe. Sie fördert das Sand- / Wasser- / Organik-Gemisch über die Coanda-Tulpe mit einer vorgeschalteten Drallkammer in die Sandwaschanlage. Die durch die Drallkammer in eine starke Rotation versetzte Strömung wird an der gekrümmten Oberfläche der Coanda-Tulpe aufgrund des sich einstellenden Coanda-Effektes von der vertikalen in die horizontale Richtung umgelenkt und gleichmässig dem Behälter zugeführt. Ausserdem wird die im unmittelbaren Zulaufbereich noch sehr hohe Geschwindigkeit erheblich reduziert. Die in der Strömung enthaltenen Feststoffe (Sandkörner, organische Stoffe) werden nun durch das Zusammenspiel von Strömungsumlenkung und Geschwindigkeitsreduzierung in Abhängigkeit von der Grösse ihrer Sinkgeschwindigkeit abgeschieden und gelangen in den unteren Bereich des Behälters. Diese besonderen Strömungsverhältnisse führen dazu, dass für Sand der Korngröße 0,2 mm ein Abscheidegrad von mehr als 95% erreicht wird. Die Abhängigkeit des Abscheidegrades von der Sinkgeschwindigkeit der abzutrennenden Feststoffe führt dazu, dass nicht nur mineralische sondern auch organische Stoffe abgeschieden werden.

Die Sandwaschanlage COANDA RoSF4 BG1 (8 Liter/sec.) von Picatech Huber AG erreicht
Sandabscheidung, Sandwäsche und Sandentwässerung in einem System.

Durch Ausnutzen des COANDA-Effekts kann das Verfahren der Klassierung mit dem Verfahren der Sortierung kombiniert werden, so dass eine gleichbleibend hohe Abscheideleistung bei gleichzeitig optimaler Reinigungsleistung gewährleistet werden kann.

COANDA Sandwaschanlage RoSF als PDF Datei

Sandwaschanlage vor der Inbetriebnahme Sandwaschanlage nach der Inbetriebnahme

Sandwaschanlage kurz vor
der Inbetriebnahme am
26.10.2009

Sandwaschanlage kurz nach
der Inbetriebnahme am
26.10.2009

Reinigung in der Sandwirbelschicht

Nach der Sandfanggut Entnahme folgt die Sandwaschung, das heisst eine Trennung der organischen von den mineralischen Bestandteilen und zwar im unteren Bereich der Coanda-Sandwaschanlage, da dort aufgrund der sehr geringen Strömungsgeschwindigkeiten ideale Bedingungen vorliegen. Durch von unten zugeführtes Brauchwasser wird der sich in der Coanda-Sandwaschanlage befindliche Sand im Aufstrom fluidisiert, das heisst es wird ein Sandwirbelbett erzeugt. Dieses Sandwirbelbett erlaubt nun die Abtrennung der organischen Stoffe vom Sand, jetzt unabhängig von der Teilchengrösse, gemäss einer Dichtesortierung. Diese Aufstromsortierung des Sand- Organik-Gemisches wird durch ein mit geringer Drehzahl betriebenes Rührwerk unterstützt.

Rückführung der ausgewaschenen organischen Stoffe

Die in der Anlage zurückgebliebenen ausgewaschenen organischen Bestandteile werden mit dem Spülwasser ausgeschwemmt und durch die Organikablaufleitung zur weiteren Behandlung in die Vorklärbecken abgeleitet. Der von organischen Bestandteilen gereinigte Sand wird automatisch mittels der Sandaustragsschnecke ausgetragen, dabei statisch entwässert und in die Sandtransportmulde abgeworfen.

andwaschanlage Organikableitung zum Zulauf Vorklärbecken Sandwaschanlage Sanddeponierung in der Sandtransportmulde

Sandwaschanlage Organikableitung
zum Zulauf Vorklärbecken am
02.11.2009

Sandwaschanlage Sanddeponierung
in der Sandtransportmulde am
24.12.2009

Video (6.65MB)   Organik-Abscheidung am Ausgang des Sandfangbeckens am
28.10.2009

Betrieb der Sandentnahme von 1973 bis 2009 Information zum Neubau der Sandwaschanlage im Jahre 2009

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Seite erstellt:  27.10.2009

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letztes Update:  14.12.2017

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